„Fortuna Ehrenfeld“ überzeugte beim Open Air die Zweifler

hzFortuna Ehrenfeld

Nach den ersten Songs von „Fortuna Ehrenfeld“ schwankten die Reaktionen auf dem Zechengelände von „Genial“ bis „Was für ein Sch...!“. Wie die Band es schaffte, viele Zweifler zu überzeugen.

Dorsten

, 30.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer kennt den Matrosengruß? Die Musiker von Fortuna Ehrenfeld beschrieben in ihrem Song „Bad Hair Day“, wie es geht: „Und wenn du das jetzt willst, dann schwör wie ein Matrose, eine Hand aufs Herz und eine in der Hose.“

Fortuna Ehrenfeld aus dem gleichnamigen Kölner Stadtteil waren wohl das Schrägste was Veranstalter Heinz-Bernd Töns bei seine Open-Airs bisher geboten hat. Eine Band auf die man sich einlassen musste. Wenn man das tat, war am Samstag Partystimmung und gute Laune garantiert.

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Martin Bechler, Frontmann von Fortuna Ehrenfeld, kam wie immer im Pyjama mit Federboa auf die Bühne. „Fortuna Ehrenfeld ist kreativer Raum“, meint der Kölner und zeigte dem Publikum, was er damit meint. Das Publikum schwankte nach den ersten Songs zwischen „Genial“, „Na ja, ganz nett“ und „Was für ein Sch...!“. Aber im Laufe des Auftritts drehten Fortuna Ehrenfeld viele Zweifler um – nicht umsonst werden die Kölner von Fernsehen und Kritik gefeiert und spielen vor ausverkauften Rängen. Ein sehr abwechslungsreicher Auftritt mit starken, unkonventionellen Songtexten und wunderschönen Melodien, die im Ohr hängen bleiben.

Nicht so viel Besucher wie sonst

Das mit den ausverkauften Rängen funktionierte am Samstagabend nicht ganz. Beim letzten Open-Air vom Vinylcafé in diesem Jahr kamen nicht ganz so viele Musikfans wie bei den vorherigen Veranstaltungen. Trotzdem resümiert Veranstalter Heinz-Bernd Töns positiv: „Unsere fünf Open-Air-Veranstaltungen sind gut gelaufen. Die Gäste hatten Spaß und haben sich an die Corona-Regeln gehalten. Für die Musiker war es eine willkommene Gelegenheit nach dem Lockdown mal wieder live zu spielen.“

Nicht ganz so viele Besucher wie sonst kamen zum letzten Open Air auf dem Zechengelände in diesem Jahr.

Nicht ganz so viele Besucher wie sonst kamen zum letzten Open Air auf dem Zechengelände in diesem Jahr. © Ralf Pieper

Bevor Fortuna Ehrenfeld die Bühne auf dem Zechengelände betrat, mischte die Dorstener Heavy Metal-Band „For Our Sons“ die Reihen auf. Heavy Metal beim Vinylcafé Open-Air? Passt das? Nicht unbedingt, könnte man denken, denn das Publikum vertritt ein Durchschnittsalter von Mitte vierzig.

Mit harten Klängen überzeugte die Band "For Our Sons".

Mit harten Klängen überzeugte die Band "For Our Sons". © Ralf Pieper

Melodisch und mit hohem Tempo

Aber was nicht passt, wird passend gemacht, dachten sich die Musiker wohl und zogen mit ihrer Mischung aus harter Gitarrenmusik und melodischen Parts alle in ihren Bann. Heavy Metal muss nicht so heftig wie eine musikalische Dampfwalze sein – die Dorstener Band fand mit einigen melodischen Songs einen zugänglicheren Stil und hielt mit anderen Titeln das Tempo hoch. Auch die Generation Ü50 machte beim Konzert mit und versuchte sich im Headbanging. Lauter Applaus nach jedem Song. Textlich befasst sich die Band mit mystischen und übernatürlichen Themen.

Am Nachmittag traten Philipp Artmann und Nina Hahn auf und komplettierten mit Reggae-Klängen und Cover-Pop das spannende weil abwechslungsreiche Line-Up.

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