Freizeitkonzept fürs Ruhrgebiet: Dorstens Halde liegt auf Halde

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Der Regionalverband Ruhr will die Haldenlandschaft im Ruhrgebiet für Tourismus, Freizeit und Erholung ausbauen. Ob auch Dorsten davon profitiert, ist fraglich. Die RAG hat andere Pläne.

Altendorf-Ulfkotte

, 10.09.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

37 Bergehalden hat der Regionalverband Ruhr (RVR) bereits im Besitz, 23 weitere würde er gerne von der RAG kaufen. „Wir möchten sie in die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr einbetten und für die Menschen im Ruhrgebiet und Touristen öffnen“, bestätigte Nina Frense, Beigeordnete des RVR, in einer Pressemitteilung die Vision für die nächsten Jahrzehnte.

Hürfeldhalde als Deponiestandort im Gespräch

Die Hürfeldhalde in Dorsten taucht ebenfalls auf der RVR-Liste auf, doch sie ist ein Sonderfall. Sie verfügt noch über Schüttkapazitäten und kommt als möglicher Deponiestandort infrage. „Wenn das genehmigt wird, übernimmt der RVR erst nach Abschluss der Schüttungen die Halde“, sagt Frense.

Was die RVR-Beigeordnete verschweigt: Wenn es um die Zukunft der Hürfeldhalde geht, redet auch die Stadt Dorsten noch ein Wörtchen mit. Bürgermeister Tobias Stockhoff bestätigte auf Anfrage, dass Gespräche mit der RAG laufen. Ins Detail wollte er aber nicht gehen.

Auch die Stadt Dorsten spricht mit der RAG

Hintergrund: Dorsten hat kein Interesse, auf Jahrzehnte eine Deponie vor der Haustür zu haben. Das wird der Verwaltung auch von vielen Bürgern gespiegelt. Das Vorhaben aber komplett zu verhindern, dürfte schwierig werden. Denn es gibt nur drei Halden, die als Deponie infrage kommen: neben der Hürfeldhalde noch die Halde Lohmannsheide (Duisburg) und die Halde Brinkfortsheide (Marl).

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Ein wenig neidisch werden die Dorstener auf das blicken, was der RVR an den übrigen Standorten plant. Einige Halden sind laut einer Pressemitteilung „wegen ihrer Standortqualitäten für den Ausbau touristischer Angebote geeignet“, zum Beispiel die Halde Haniel in Bottrop. Dort seien nur noch Nacharbeiten bzw. Instandsetzungen erforderlich.

Nicht nur schmückendes Beiwerk

Andere Halden sollen nach den RVR-Plänen „die grüne Freizeit- und Erholungsinfrastruktur der Metropole Ruhr erweitern und ökologisch aufwerten“. Sie seien „nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern gleichzeitig wichtiger Baustein zur Gestaltung einer klimaschonenden Region“.

So etwas hätte auch Dorsten gern. Und weil der RVR selbst von einem „Dekadenprojekt“ spricht, ist die Hürfeldhalde nicht für alle Zeiten aus dem Rennen. Die Stadt braucht allerdings einen langen Atem - und wohl auch Verhandlungsgeschick.

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