Fünffacher Mutter aus Dorsten droht Gefängnis

hzLandgericht Essen

Zweimal hat eine fünffache Mutter aus Dorsten die Richter warten lassen. Jetzt haben sie durchgegriffen. Auch das Jugendamt wird eingeschaltet.

Dorsten/ Essen

, 24.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war keine schwere Straftat, doch die Geduld der Justiz in zu Ende. Weil eine fünffache Mutter aus Dorsten am Freitag bereits zum zweiten Mal nicht vor Gericht erschienen ist, wird sie nun per Haftbefehl gesucht. Das heißt: Sobald die Polizei die 31-Jährige aufgreift, erfolgt die Festnahme.

Für die bis zu 15 Jahre alten Kinder der Frau hätte das wahrscheinlich dramatische Folgen. Die Eltern sollen sich schon vor längerer Zeit getrennt haben. Deshalb wird gleichzeitig mit dem Erlass des Haftbefehls auch das Jugendamt eingeschaltet. „Schön ist das alles nicht“, befand selbst die Richterin.

Schon beim ersten Mal nicht erschienen

Die Dorstenerin war im vergangenen Juni vom Amtsgericht Marl zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden, nachdem sie in einem nicht versicherten Auto geblitzt worden war. Im Prozess hatte sie damals angegeben, dass sie sich in einer Notsituation befunden habe. Erst habe sie zum Arzt gemusst, dann zur Schule der Kinder. Das hätte sie mit dem Bus nicht geschafft.

Dass der VW, der noch immer vor ihrer Wohnung stand, tabu war, hätte sie allerdings wissen müssen. Der Wagen war schon 2015 außer Betrieb gesetzt worden. Außerdem war sie 2016 schon einmal verurteilt worden, weil sie genau das schon damals missachtet hatte.

Staatsanwaltschaft will Gefängnisstrafe

Die Staatsanwaltschaft hatte im Anschluss an den ersten Prozess am Amtsgericht Marl jedoch sofort Berufung eingelegt. Sie hatte drei Monate Haft ohne Bewährung gefordert, auch, weil die Angeklagte bereits vierfach unter Bewährung steht.

Das Urteil muss nun am Landgericht Essen in der zweiten Instanz überprüft werden. Der Termin sollte eigentlich schon im November stattfinden. Doch schon da war die Dorstenerin nicht erschienen. Dem Gericht hatte sie später mitgeteilt, dass ihr Sohn einen epileptischen Anfall erlitten habe. Ein entsprechendes Attest des Arztes liegt jedoch bis heute nicht vor.

Insgesamt drohen fast vier Jahre Haft

Trotzdem ließen die Richter Nachsicht walten, setzten für Freitag einen neuen Termin an. Doch auch diesmal warteten sie vergeblich. Für die 31-Jährige könnte das nun dramatische Folgen haben. Sollte die Geldstrafe für die Fahrt mit einem unversicherten Auto nun tatsächlich in eine Gefängnisstrafe umgewandelt werden, droht auch der Widerruf der älteren Bewährungsstrafen. Dann stünden der Angeklagten fast vier Jahre Haft bevor.

Schlimm für die Kinder: Da alle noch minderjährig sind, müsste für sie ein neues Zuhause gefunden werden. Wann der Berufungsprozess nun endgültig stattfinden wird, ist unklar.

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