Gartenbesitzer öffnen in Dorsten ihre blühenden Naturoasen für Besucher

hzGarten-Aktion

Die Aktion „Mitte zeigt Gärten“ findet auf Initiative des Stadtteilbüros in diesem Jahr zum dritten Mal in Dorsten statt. Sieben Grün-Oasen können besucht werden.

Dorsten

, 07.06.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor drei Jahren war hier noch eine ganz normale Spielwiese. Doch dann legte Sohn Lukas los. Der gelernte Gärtner und Landschaftsbaustudent gestaltete auf einem 1300 Quadratmeter-Grundstück seiner Eltern Lenore und Ralf Demmer am Stillen Weg 12 in Holsterhausen nach und nach ein echtes Paradies mit ganz unterschiedlichen Naturräumen - mit mehr als 200 Stauden, Gehölzpflanzungen, dazu unzählige Wildblumen, ein Gemüsegarten und eine kleine Obstwiese. Insektenhotels und Trockenmauer bieten einheimischen Insekten und Kriechtieren weiteren willkommenen Lebensraum.

Wer will, kann diese liebevoll angelegte und blühende Oase mit ihren interessanten Rank- und Zierelementen und dem naturnahen Schwimmteich besichtigen - denn die Familie Demmer macht auch in diesem Jahr bei der Aktion „Mitte zeigt Gärten“ mit, die das Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ am 16. Juni (Sonntag) von 11 bis 18 Uhr organisiert.

Besondere Aktionen

Nachdem die Veranstaltung im Vorjahr noch zwölf Teilnehmer hatte, machen nun lediglich sieben Gärtenbesitzer mit: „Die wollen sich in diesem Jahr die Zeit nehmen, selbst mal andere schöne Gärten zu besuchen“, sagt Mit-Organisator Daniel Entrup vom Stadtteilbüro, „sie alle sind aber im kommenden Jahr wieder dabei“. Er betont, dass die Gartenbesitzer auch in diesem Jahr mit unterschiedlichen Aktionen die Besucher empfangen.

Verkaufsangebot

Die Demmers zum Beispiel, die im vergangenen Jahr von 400 Besuchern schier überrannt wurden, werden ihr kleines 100-jähriges Fachwerkhäuschen („ein alter Schafstall“, sagt Leonore Demmer) „eigens für den Tag in ein kleines Café umgestalten. Außerdem bieten sie gegen kleines Geld Stauden sowie Dekorationen aus Hufeisen, die Ralf Demmer als Hobby anfertigt, und selbst gemachten Schmuck. Kinder haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen am Garteneingang 2 Euro, den Erlös spenden die Demmers an den hiesigen Tierschutzverein „Graues Gold“.

Naturgarten erschaffen

Für die anderen Gärten muss kein Obolus entrichtet werden. Der Östricher Dieter Eickelkamp (Hardtstraße 16) hat „aus einer verdorrten, grauen Wiese einen Naturgarten erschaffen“, wie er sagt, er wird die Besucher mit Suppe und Häppchen empfangen und Info-Material des Vereins „NaturGarten e.V.“ auslegen.

Ihren 1400 Quadratmeter großen Naturgarten mit Teich öffnet auch Britta Jansen (An der Oelmühle 21, Hardt) für die Öffentlichkeit, offeriert Kaffee, Kuchen, Kreatives und eine kleine Auswahl von Ablegern einiger ihrer Garten-Pflanzen.

Gartenbesitzer öffnen in Dorsten ihre blühenden Naturoasen für Besucher

Ein Blick in den Garten von Britta Jansen © Privat

Die Aktion „Mitte zeigt Gärten“ wird die Dorstener Ärztin Dr. Anna Mitchell dazu nutzen, erstmalig ihren „Praxisgarten“ an der Ludgeristraße 15 (unweit des Dorstener Bahnhofs) zu öffnen. „Er wird künftig während der Sprechstundenzeiten offen stehen und zu Begegnungen und kleinen Pausen einladen“, erklärt sie. Seit 2017 betreibt die Medizinerin in dem renovierten Haus eine Blutdruckpraxis.

Grüner Ruheort

„Mein Garten ist ein grüner, ruhiger Ort“, so die Ärztin. „Er ist nicht fertig, sondern in ständigem Wandel.“ Jede Pflanze, die dort wächst – bis auf einen sehr alten Kirschbaum – hat sie selbst gepflanzt. „Für mich gibt es kein Unkraut, es gibt höchstens Pflanzen am falschen Platz“, sagt die Dorstenerin. „Was blüht, darf erst mal bleiben.“

Ideen gesucht

Drei teilnehmende Gärten gehören nicht Privateigentümern, sondern werden von Initiativen oder Institutionen betrieben. Das LWL-Wohnhaus (Im Werth 65) öffnet seinen Wohngarten, der sich zurzeit im Umbau befindet „und noch neue kreative Ideen und Inspirationen sucht“, wie LWL-Mitarbeiter Bernd Pape betont. Auch der Obsthain mit den in diesem Jahr gepflanzten Apfelbäumen der verschiedenen Stadtteile im Bürgerpark Maria Lindenhof wird als direkter Nachbar mitbespielt. Für die Besucher gibt es Musik, außerdem selbst gemachtes fruchtiges Chutney.

Gemeinschaftsgarten

Am Wendehammer der Alleestraße (neben der Gaststätte Wacholderhäuschen) wurde eine lange vernachlässigte Grünfläche zu einem kleinen Gemeinschaftsgarten umgestaltet. Außerdem stehen hier mehrere der Hochbeete, die im Rahmen von „Wir machen Mitte“ gebaut wurden. „Hier wird es am Garten-Tag eine Pflanzentauschbörse geben, gerne können Besucher auch Pflanzen zur Gestaltung der Grünfläche an der Alleestraße spenden“, sagt Daniel Entrup. Er sucht übrigens noch weitere Paten für den Garten, ein Teil wird inzwischen von Jugendlichen des benachbarten Evangelischen Friedenshortes gepflegt.

Kostproben mitnehmen

Von A wie Apfel bis Z wie Zuchini wächst und gedeiht es im interkulturellen Siedlungsgarten in Hervest. Die Gäste können sich dort von der Vielfalt an Gemüse und Obst überzeugen und Kostproben mitnehmen. Um zu dem Garten zu gelangen, nutzen Besucher die Garagenzufahrt gegenüber der Heinrich-Wienke-Straße 33-35 und folgen dem Weg.

Übersichtskarte und weitere Informationen im Internet
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