Luftbilder deckten Schummeleien von Dorstener Grundstücksbesitzern auf

hzGebühren in Dorsten

Beim Überfliegen des Dorstener Stadtgebietes wurden kleine und große Mogeleien von Grundstückseigentümern aufgedeckt - die müssen dafür nachzahlen. Einige sind verärgert.

Dorsten

, 12.12.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorstens Grundstückseigentümer müssen selbst erklären, wie groß die versiegelten Flächen auf ihrem Grundstück sind. Daraus ermittelt die Stadt dann die Gebühren für die Einleitung von Abwasser in die Kanäle. Seit einer Überfliegung des Dorstener Stadtgebietes vor knapp zehn Jahren fließt mehr Geld in die Stadtkasse.

Denn einige der 25.000 Dorstener Grundstückseigentümer haben wissentlich oder unwissentlich bei ihren freiwilligen Selbstauskünften 1996 gemogelt. Die Gebühren für 86.000 Quadratmeter versiegelter Fläche, das entspricht etwa zwölf Fußballfeldern, sind der Stadt viele Jahre entgangen. Seit der Überfliegung müssen einige Eigentümer nachzahlen.

Viele Flächenangaben waren nicht richtig

Dorstens Stadtkämmerer Hubert Große-Ruiken dazu: „Viele Flächenangaben aus 1996 waren korrekturbedürftig, weil die Überfliegung neue Erkenntnisse gebracht hat. Das hat bei den Eigentümern durchaus zu Ärger geführt, weil größere Flächen vorhanden waren, als sie in 1996 selbst erklärt haben oder weil sich etwas geändert hatte. Diese Bürger mussten dann Beträge nachzahlen. Es hat aber auch Fälle gegeben, bei denen sich die Gebühren reduziert haben, weil die Flächenangaben nach unten zu korrigieren waren.“

Überfliegungen des Stadtgebietes finden übrigens nur „anlassbezogen“ statt.

„Anlass war die Umstellung der Flächenberechnungen für die Gewässerunterhaltung aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen“, sagt Große-Ruiken. Daraufhin habe die Verwaltung neue Satzungen für Abwasser und Gewässerunterhaltung erlassen, die der Rat der Stadt verabschiedet hat.

171 Quadratkilometer Stadtfläche, 25.000 Grundstückseigentümer

Dorstens Stadtgebiet ist 171 Quadratkilometer groß, misst von Westen nach Osten elf Kilometer, von Norden nach Süden etwa 19,5 Kilometer. 25.000 Grundstückseigentümer gibt es in Dorsten, sie alle zahlen über ihre Grundbesitzabgaben unter anderem auch für die Abwasserbeseitigung auf versiegelten Flächen, die an den Kanal angeschlossen sind, und das Oberflächenwasser, das von den Dächern herunterrinnt und versickert.

Versiegelte Flächen können Terrassen, Hauseingänge, Einfahrten sein, die an die Kanalisation angeschlossen sind.

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Seit dem Überfliegen des Stadtgebietes sind Mitarbeiter der städtischen Finanzverwaltung dabei, die Luftbildaufnahmen auszuwerten und Gebührenbescheide zu korrigieren. Im nächsten Jahr soll die Auswertung aller Aufnahmen beendet sein. „Zwei Drittel aller Eigentümer haben schon einen neuen Gebührenbescheid.“

Pro Quadratmeter Fläche und Jahr ein Euro

Pro Quadratmeter Fläche und Jahr sei ein Euro fällig, also: „Bei 100 Quadratmeter versiegelten Bodens summiert sich der Jahresbetrag auf 100 Euro. Rückwirkend schlagen vier Jahre zu Buche, das sind die gesetzlichen eingeräumten Fristen für Nachforderungen“, erläutert Große-Ruiken.

Bürger seien übrigens verpflichtet, Änderungen auf ihrem Grund und Boden mitzuteilen: „Es gibt eine Regelung in der Abwassersatzung, die die Bürger dazu verpflichtet. Vielfach werden diese Mitteilungen jedoch vergessen oder werden nur gemacht, wenn sich die Flächen zugunsten der Eigentümer verringern.“

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