Das „Drive-In“-Schnelltestzentrum am Atlantis. Der Betreiber hat noch elf weitere Standorte in NRW. © Guido Bludau
Meinung

Gegen eine gesunde Geschäftsidee ist nichts einzuwenden

15 Schnelltestzentren gibt es in Dorsten mittlerweile. Eine beeindruckende Zahl. Dahinter steckt aber auch eine gesunde Geschäftsidee.

Zweimal habe ich bislang einen Schnelltest gemacht, zweimal war er negativ. Irgendwie ist das doch beruhigend. Für die wenigen Menschen, mit denen ich Kontakt habe, aber natürlich auch für mich.

Vielen Dorstenern dürfte es ähnlich gehen. Sie buchen keinen Test-Termin, um zu shoppen. Dann wären bei mehreren tausend Tests pro Tag die Geschäfte in unserer Stadt voller als sie es derzeit sind. Vor allem geht es um das Gefühl der Sicherheit, um die Erkenntnis, dass man nicht an Covid-19 erkrankt ist und somit auch nicht andere Menschen infizieren kann.

Dahinter steckt der manchmal vernachlässigte Solidaritätsgedanke in der Coronakrise, aber natürlich auch eine Geschäftsidee. Niemand soll glauben, dass nur Gutmenschen die überlangen Stäbchen in Nase und Rachen stecken. Die mittlerweile rund 6000 Testzentren in NRW arbeiten im besten Sinne gewinn-orientiert. Und Apotheker oder ein Erste-Hilfe-Ausbilder beispielsweise können auch ein bisschen Werbung in eigener Sache machen.

Das klingt vielleicht schlimmer als es gemeint ist. Denn auch in der Coronakrise darf, nein: muss Geld verdient werden. Wenn es dazu beiträgt, die Pandemie irgendwann in den Griff zu bekommen – umso besser.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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