Trägt sich der Lembecker Graf von Merveldt mit Umzugsplänen?

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In der Gerüchteküche brodelt es: Ferdinand Graf von Merveldt, Spross eines der ältesten westfälischen Adelshäuser, setzt sich zur Ruhe. Aber wohl nicht in seinem Wasserschloss zu Lembeck.

Dorsten, Lembeck

, 15.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Längerem macht das Gerücht die Runde, dass Ferdinand Graf von Merveldt aus Dorsten-Lembeck wegzieht. Auf Anfrage winkt der 68-Jährige aber ab: „Wir haben seit Langem den Plan, umzuziehen. Es ist aber nichts spruchreif“, so von Merveldt. Im Übrigen wolle er sich nicht näher zu diesem Thema äußern.

Dass die Gerüchteküche in Herbern im westfälischen Ascheberg brodelt, lässt den Lembecker Grafen kalt. „Es hat sich nichts geändert“, sagt von Merveldt. Und aus seiner Sicht ist die Renovierung eines Schlosses kein Indiz dafür, dass sich die gräfliche Familie mit Umzugsplänen befasse.

Schlösser müssen saniert werden, sonst verfallen sie

„Schlösser müssen saniert werden, sonst verfallen die Häuser“, begründet von Merveldt die Baumaßnahmen, die in den letzten Monaten am Schloss Westerwinkel in Ascheberg-Herbern ausgeführt wurden. Ende des letzten Jahres wurden die Torpfeiler des herrschaftlichen Anwesens in Herbern restauriert. Beobachter werteten das laut unserer Redaktion vor Ort als Zeichen für einen möglicherweise bevorstehenden Einzug des gräflichen Lembecker Paares.

Die beiden Häuser in Lembeck und Westerwinkel sind in der Barockzeit den repräsentativen Bedürfnissen der Familie baulich angepasst worden. Beide sind gleichermaßen nahe am Wasser gebaut und sehen sich wegen ihrer Details sogar ähnlich. Und beide gelten laut Fremdenführer als barocke Schmuckstücke, die einen Besuch wert sind.

Renovierung ist kein Zeichen für den Umzug

Dass es den Grafen jetzt von Lembeck nach Herbern ziehen könnte, um seinem Junior die bestellten Felder in Lembeck zu überlassen, weist Ferdinand von Merveldt zurück: „Wenn etwas renoviert ist, ist das kein Signal dafür, dass wir umziehen werden.“

Zurückhaltend gab sich auch sein Verwalter im November 2019 auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Stefan Grünert, Rentmeister der Merveldtschen Verwaltung, erklärte unserem Redakteur Felix Püschner zunächst dasselbe, was der Graf uns gesagt hat: Dass die Arbeiten an den Torpfeilern des Schlosses Westerwinkel kein Anzeichen für einen baldigen Ortswechsel des Grafen seien und dass ein Umzug „grundsätzlich eine private Angelegenheit des Grafen“ ist. Daher könne und wolle er auch keine Details nennen, hieß es weiter.

Wer, wo residiert, ist ein offenes Geheimnis

Weit aufschlussreicher war aber dieser Hinweis von Grünert, dass die gräfliche Familie durchaus Umzugsgedanken für den Fall aller Fälle hegt: „Den Plan, dass eine Generation in Lembeck bleibt und die andere nach Herbern zieht, gibt es ja schon länger. Da haben wir nie einen Hehl draus gemacht.“

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