Gewinnerprojekt aus Deuten: „Wir hoffen, dass der Defibrillator nie benutzt werden muss“

Wettbewerb „Gute Nachbarn“

Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Deshalb haben sieben Familien aus Deuten für ihre Nachbarschaft einen Defibrillator angeschafft - und damit den Wettbewerb „Gute Nachbarn“ gewonnen.

Dorsten

, 26.12.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gewinnerprojekt aus Deuten: „Wir hoffen, dass der Defibrillator nie benutzt werden muss“

Sieben Familien aus Deuten haben für ihre Nachbarschaft einen Defibrillator gekauft. Mit der Aktion hat die Gruppe beim Wettbewerb "Gute Nachbarn - das beste nachbarschaftliche Projekt" gewonnen. Dafür gab's 1000 Euro Preisgeld. © privat

Weil ihnen ihre Nachbarschaft buchstäblich am Herzen liegt, haben sich sieben Familien vom Franz-Josef-Kellner-Weg und Dominikus-Böhm-Weg in Deuten zusammengetan und einen Defibrillator gekauft. „Wir haben zusammengesessen und da waren auch Nachbarn dabei, die berufsbedingt einen Erste-Hilfe-Kurs machen“, erzählt Sabine Schefer.

Dabei sei ihnen der Gedanke gekommen, dass es ja durchaus problematisch werden könnte, wenn der Ernstfall eintritt und der Krankenwagen beispielsweise vor der Bahnschranke steht. „Da ist ja jede Sekunde wichtig, gerade bei Kammerflimmern.“ Die Familien beschlossen, den Defibrillator anzuschaffen. Danach informierten sie das gesamte Wohngebiet im Bereich der Kirche per Flyer, wo man an das Gerät herankommt und wie es zu benutzen ist.

Mehr als 2000 abgegebene Stimmen

Mit der Aktion haben die Deutener am Wettbewerb „Gute Nachbarn - Das beste nachbarschaftliche Projekt“ teilgenommen, der zum zweiten Mal vom Rat der Stadt Dorsten ausgeschrieben wurde. Sparkasse Vest, Vereinte Volksbank und Dorstener Zeitung unterstützen die Initiative.

Bei der Online-Abstimmung heimste der Defi für Deuten fast ein Drittel der mehr als 2000 abgegebenen Stimmen ein und landete auf dem mit 1000 Euro dotierten ersten Platz. Rang zwei (500 Euro) ging an die Nachbarschaft Specking in Lembeck, die in Eigenregie Leerrohre für Glasfaser verlegte und sich so schnelles Internet ins Haus holte.

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Platz drei (250 Euro) ging ebenfalls nach Lembeck, an den Hütten-Clan der Bauernschaft Beck-Nord, der vor 21 Jahren ein Wartehäuschen an der Schulbushaltestelle errichtete und seitdem jedes Jahr ein Hüttenfest feiert. Insgesamt hatten neun Nachbarschaften an dem Wettbewerb teilgenommen.

„Es freut mich, dass sich so viele Nachbarschaften um den Preis beworben haben und auch viele Bürgerinnen und Bürger an der Abstimmung teilgenommen haben“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Siegerehrung im Rathaus vor der letzten Sitzung des Rates in diesem Jahr. „Wo das Miteinander funktioniert, da gibt es für eine Stadt wenig zu regeln. Das meiste regeln die Leute selbst.“ Es sei schön, wenn Nachbarn Anteil am Leben rechts und links von ihnen nehmen.

Das Preisgeld wollen die Gewinner aus Deuten nutzen, um laufende Kosten für Akkus, Pads und Wartung des Defis zu bezahlen. „Wir hoffen, dass der Defibrillator nie benutzt werden muss“, sagt Sabine Schefer.

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