Große deutsche Familie

Die Liebermann

30.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Dorsten Regina Scheer «Die Liebermann - ein Familienroman» heißt eine Lesung mit (Bild), die heute um 19.30 Uhr im Jüdischen Museum stattfindet. Wer von Liebermann spricht, denkt vor allem an Max Liebermann. Der Meister des deutschen Impressionismus gehört zu den großen Malern des 20. Jahrhunderts. Weltweit hoch geachtet, musste er in seinen letzten Lebensjahren bis 1935 die Schmähungen der Nationalsozialisten erdulden. Doch hinter dem Namen Liebermann verbirgt sich auch die lange Vergangenheit einer großen deutsch-jüdischen Familie. In einer umfassenden Familienbiografie ist Regina Scheer auf Spurensuche gegangen. Die Berliner Autorin schildert die faszinierende Erfolgsgeschichte der verzweigten jüdischen Familie aus Deutschland vom 18. Jahrhundert bis zur Vernichtung durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Unter den Liebermanns waren viele Talente: Chemiker, Erfinder, Politiker, Unternehmer. Der Gründer der AEG, Emil Rathenau, gehört zu diesem Familienverband, der Chemiker Carl Theodor Liebermann, der Außenminister Walther Rathenau, die Frauenrechtlerin Josefine Levy-Rathenau und auch der Schöpfer der Weimarer Reichsverfassung Hugo Preuß. Regina Scheer studierte Kulturwissenschaften; sie war bis 1990 Redakteurin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Seitdem lebt sie als freie Redakteurin und Autorin in Berlin und hat sich intensiv mit jüdischer Geschichte und den Aussparungen der DDR-Geschichtsbilder befasst. Gebühr: Mitglieder 4 Euro, Nichtmitglieder 5 Euro.

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