Gerüchte-Check: Großer Aldi und neuer Rossmann in Dorsten?

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Im Dorstener Stadtteil Rhade geht ein Gerücht um: Aldi will in einen großen Neubau umziehen und der Drogeriemarkt Rossmann sich neu ansiedeln. Was sagt die Stadt zu den Investorenplänen?

Rhade

, 26.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Gerücht schwirrt derzeit durch Rhade. Es besagt, dass der Discounter „Aldi“ im Bereich des Nahversorgungszentrums an der Erler Straße neu bauen will. Außerdem soll eine Filiale der Drogeriekette „Rossmann“ in das jetzige Aldi-Ladenlokal einziehen.

In den Sozialen Netzwerken gibt es sogar noch weitere detaillierte Hinweise. „Ein Aldi nach dem neuen Filialkonzept mit Wohnflächen über der Filiale“, heißt es auf einer Rhader Facebook-Seite und: „Angeblich Baubeginn im Dezember.“ Die ersten Rhader freuen sich in dem Internet-Forum bereits, dass man den Lembeckern in Sachen Drogerie dann voraus sei.

Investoren haben Pläne

Doch was ist dran an dem Gerücht? Ein kleines Fünkchen Wahrheit ist wohl dran. Denn: „Investoren haben die Idee an die Stadt Dorsten herangetragen, in Rhade einen Drogeriemarkt anzusiedeln - eine Marke wurde dabei noch nicht benannt - und den bestehenden Aldi-Markt zu erweitern“, heißt es vonseiten der Pressestelle der Stadt auf Anfrage der Redaktion.

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„Es liegt allerdings noch kein konkreter Antrag vor und für ein solches Vorhaben gibt es aktuell auch keine Grundlage in der Regionalplanung“, erklärt der städtische Pressesprecher Ludger Böhne. Denn: „Dafür müsste der Regionalplan geändert werden. Auch der Flächennutzungsplan und der geltende Bebauungsplan geben derzeit keinen Spielraum für eine Erweiterung des Sondergebiets.“

Zu starke Auswirkungen

Nach erster Einschätzung der Stadt würde eine solche Erweiterung keine reine Nahversorgung mehr sein, sondern starke Auswirkungen auf benachbarte Orte und Stadtteile haben (insbesondere auf Erle, Raesfeld und Lembeck).

„Deshalb wird auch das aktuelle Einzelhandelskonzept der Stadt - das voraussichtlich in der nächsten Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung am 6. Oktober beraten wird - den Rhader Nahversorgungsstandort in der bestehenden Form festschreiben“, so Böhne.

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Endgültig beurteilen und auch politisch beraten ließe sich das Vorhaben des Investors „natürlich erst nach Vorliegen eines konkreten Antrags“, so die Stadt.

„Nicht umsetzbar“

Dennoch bezieht die Stadt schon jetzt Position: „Aufgrund der fehlenden Planungsgrundlage und der gegebenenfalls noch gutachterlich zu untersuchenden Auswirkungen auf den regionalen Einzelhandel bewertet die Verwaltung die vorliegende Idee allerdings als nicht umsetzbar“, so Ludger Böhne. Fazit: Rossmann-Ansiedlung und Aldi-Neubau in Rhade dürften damit in weite Ferne gerückt sein.

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Grafik Gerüchtecheck © Lensing Media

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