Dürfen Kinder trotz Corona von Tür zu Tür ziehen und Süßes einsammeln?

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Fällt Halloween dieses Jahr aus? Bürgermeister Stockhoff beantwortet die wichtigsten Fragen. Und: So wollen Dorstens Facebook-Nutzer dieses Jahr mit Halloween umgehen.

Dorsten

, 29.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag (31.10.) ist Halloween und viele Dorstener Familien fragen sich angesichts der Corona-Lage, ob ihre Kinder von Haus zu Haus gehen sollten und es überhaupt dürfen.

Nur weil etwas nicht verboten ist, ist es nicht unbedingt empfehlenswert

Manch einer wendet sich über die Sozialen Medien gleich an Bürgermeister Tobias Stockhoff oder fragt bei der Verwaltung nach möglichen Verboten. Auf Anfrage der Redaktion bezieht Stockhoff Stellung: „Mit Blick auf die derzeitige Corona-Lage in Dorsten (Aktuell: 129 Infizierte allein in unserer Stadt) und im Kreis Recklinghausen sage ich deutlich: Nicht alles, was erlaubt ist – ist automatisch auch immer klug!“

Ähnlich äußern sich auch Leser auf unserer Facebook-Seite. Für Laura Krüger steht fest: „Wir haben Jahrzehnte ohne Halloween überstanden, da sollte es in diesen Zeiten selbstverständlich sein, kein Radau darum zu machen. Kindern kann man auch anderweitig Freude machen.“ 15 Leser stimmten bis Mittwochmittag ihrer Meinung zu und gaben ihr ein „Daumen hoch“.

Es entzündete sich aber auch eine Debatte an dieser Einstellung. Kinder hätten dieses Jahr wegen Corona schließlich schon auf so viel verzichten müssen, da müsse doch wenigstens „Süßes oder Saures“ möglich sein. Tobias Stockhoff hat Verständnis für diese Sichtweise, sagt aber auch: „Ob dieses Sammeln an der Tür allerdings in der aktuellen Lage sinnvoll bzw. klug ist, werden verantwortungsbewusste Eltern für sich und ihre Kinder bewerten und beantworten, da mit den Haustürbesuchen natürlich immer auch zusätzliche Gefahren für die Kinder als auch für die besuchten Haushalte verbunden sein könnten.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff erinnert an die geltenden Regeln, die auch bei Halloween eingehalten werden müssen.

Bürgermeister Tobias Stockhoff erinnert an die geltenden Regeln, die auch bei Halloween eingehalten werden müssen. © Privat

Wer auf den Brauch nicht verzichten wolle, sollte wenigstens diese Regeln einhalten:

  • ausreichend Abstand beim Klingeln und Türöffnen einhalten,
  • regelmäßig die Hände desinfizieren,
  • und möglichst immer ein Mund-Nasenschutz tragen.

Um Halloween zu retten, werden Dorstener kreativ

Auf Facebook zeigen sich die Dorstener sehr kreativ, was Halloween zu Corona-Zeiten angeht. Ines Herzfeldt ist Mutter einer vierjährigen Tochter und möchte ihrem Kind Halloween ermöglichen. „Wir leben hier nicht in einer riesigen Stadt, hier kann man sich wohl auch an Halloween aus dem Weg gehen. Die Möglichkeit, den Kindern an wenigstens diesem Abend strahlende Augen zu bereiten, die gibt es ja. Man muss sich nur ein wenig mehr damit auseinandersetzen als sonst“, schreibt sie auf der Facebook-Seite der Dorstener Zeitung. Sie unterbreitet auch gleich einen Vorschlag: Hände desinfizieren, Körbchen abstellen, Süßes oder Saures reinlegen lassen, einsammeln und gehen.

Aber was ist mit denen, die gerade in diesen Zeiten nicht von fremden Kindern besucht werden wollen? Auch für solche Fälle hat Ines Herzfeldt sich etwas überlegt. Sie plädiert dafür, dass Dorstener Schilder an ihre Haustür hängen, auf denen stehen könnte „Klingeln erwünscht“ bzw. nicht. An anderer Stelle schlagen Facebook-Nutzer vor, Lichterketten an die Tür zu hängen oder sich durch Halloween-Deko als offene Tür zu erkennen zu geben.

Können durch Halloween infizierte Dorstener Schmerzensgeld fordern?

Dorstener Bürger hätten sich bei der Stadt bereits wegen haftungsrechtlicher Fragen erkundigt, wenn etwa eine infizierte Person durch Halloween weitere Personen anstecke. „Dieses Risiko müssen Eltern natürlich ebenfalls immer für sich abwägen und beantworten“, erklärt Tobias Stockhoff dazu.

Wenngleich der Halloween-Brauch in Dorsten nicht verboten ist, darf er nur unter den gängigen Hygieneregeln stattfinden. Und die lauten:

  • max. 5 Personen,
  • Abstand einhalten,
  • Mund-Nasenschutz in bestimmten Bereichen [z.B. Innenstadt] tragen.
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