„Die Lage ist einfach bedrückend.“ So schildert Christian Harde die Lage in Ahrweiler. „Es glich einem Kriegsgebiet“, sagt Monika Waterkamp. © Privat
Hochwasser

Helfer aus Dorsten in Hochwasser-Krisengebieten: „Wirklich unfassbar“

Unermüdlich helfen zahlreiche Dorstener seit letzter Woche in den Hochwassergebieten – freiwillig. „Es war wirklich ein sehr einschneidendes Erlebnis“, sagt Landwirt Bernd Lienemann.

Umgekippte Autos, Keller voller Schlamm und Unmengen an Müll: Diese Bilder verschwinden nicht so schnell aus den Köpfen der freiwilligen Helfer aus Dorsten und Umgebung. Sowohl Landwirte als auch Privatpersonen ergriffen die Initiative und haben in den letzten Tagen in Hochwassergebieten geholfen.

Landwirte halfen in Nacht und Tagschichten

Bernd Lienemann und Christian Harde sind zwei der Landwirte, die am vergangenen Wochenende bei den Afräumarbeiten in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mitgeholfen haben. „Es ist wirklich unfassbar. Zunächst haben wir ja nur die Bilder im Fernsehen gesehen, aber als wir da waren, war das einfach was anderes“, erklärt Bernd Lienemann hörbar gefasst.

Er bildete am Sonntagmorgen mit weiteren Landwirten die Ablösung für die Nachtschicht. Die Arbeit auf seinem Geflügelbetrieb, den er zusammen mit seiner Frau führt, hat sein Sohn kurzfristig übernommen. Die Dankbarkeit der Menschen vor Ort sei deutlich zu spüren gewesen, erzählt Lienemann.

Dorstener helfen auch weiterhin

Das hat auch Christian Harde beobachtet. Als er mitten in der Nacht mit 16 weiteren Fahrzeugen ankam, streckten ihm die Anwohner ihre Daumen entgegen. „Es kamen auch immer wieder Leute, die uns was zu trinken geboten haben.“ Er und seine Arbeitskollegen wollen weiterhin helfen. Am Montag, 19. Juli, ging es wieder auf die Autobahn Richtung Krisengebiet. Auf einem Lkw transportierten sie Container und kleine Bagger für die Aufräumarbeiten.

Auf die Autobahn verschlägt es diese Woche auch Thomas Sprenger. Er sammelte zusammen mit seiner Frau seit Freitag immer wieder Sachspenden. Neben Insektenspray, Schubkarren und Besen stellen sie auch einen Duschwagen zur Verfügung. Aber nicht alles ist gespendet: Sie haben selbst auch Dinge wie Powerbanks und Toilettenpapier gekauft.

Auch am Dienstag, 20. Juli, fuhr Thomas Sprenger wieder ins Hochwassergebiet um Sachspenden zu bringen. Darunter Klopapier, Schubkarren, Schaufeln und Medikamente. Einen Duschwagen haben sie ebenfalls mitgebracht.
Auch am Dienstag, 20. Juli, fuhr Thomas Sprenger wieder ins Hochwassergebiet um Sachspenden zu bringen. Darunter Klopapier, Schubkarren, Schaufeln und Medikamente. Einen Duschwagen haben sie ebenfalls mitgebracht. © Privat © Privat

Möglichkeit für warme Speisen in Planung

„Wir bringen das vorbei, was die Menschen dort wirklich brauchen. Dafür stehen wir per WhatsApp in engem Kontakt mit ihnen“, betont er. Auch Monika Waterkamp möchte mit dem helfen, was gerade dringend benötigt wird. „Das sind vor allem auch warme Speisen“, sagt sie.

Die Umsetzung eines Transports für das Essen ist momentan in Planung. Bis jetzt habe sie ein Stromaggregat organisieren können, erklärt Monika Waterkamp. Aber es fehle noch an Material wie Thermobehältern und Einweggeschirr. In einem Video-Aufruf setzt sie zudem auf die Gastronomen in Dorsten und Umgebung.

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