Hitze und Maskenpflicht stellen Schulen vor Herausforderungen

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Die Schulen starten wieder mit dem Unterricht. Hier ein Überblick, wie die Schulen in Dorsten die Vorgaben des Landes umsetzen und welche Regelungen es zusätzlich gibt.

Dorsten

, 11.08.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Mittwoch soll der Regelbetrieb an Schulen wieder losgehen. Grund- und weiterführende Schulen müssen dabei unterschiedliche Regeln beachten. Ab der fünften Klasse gilt eine generelle Maskenpflicht. Grundschüler dürfen den Schutz abnehmen, sobald sie an ihrem Tisch Platz genommen haben. In den Treppenhäusern ist ein Einbahnstraßensystem installiert.

Markierungen an den Treppenstufen der Montessori-Schule zeigen den Schülern und Lehrern, wo es langgeht.

Markierungen an den Treppenstufen der Montessori-Schule zeigen den Schülern und Lehrern, wo es langgeht. © Lydia Heuser

Wie wird der erste Schultag ablaufen?

Die Klassenlehrer erklären den Kindern ausführlich die neuen Verhaltens- und Hygieneregeln. Schulleiter Dirk Börger von der Geschwister-Scholl-Schule weiß, dass seine Schüler (Klasse 8 bis 10) schon trainiert sind. „Nach den Osterferien hatten wir eh schon die Maskenpflicht per Schulkonferenzbeschluss eingeführt.“

Auch Dorothee Osemann, Rektorin der Wittenbrinkschule, wirkt gelassen: „Schon vor den Ferien galt bei uns die Maskenpflicht.“

Die Einschulung wird auf dem gegenüberliegenden Schützenplatz im Freien stattfinden. Die Schulen haben die Eltern der i-Dötzchen alle per Elternbrief über die Besonderheiten der Feier, des Gottesdienstes und des ersten Unterrichts informiert.

Was ist mit Kindern, die keine Maske tragen können?

Kinder, die aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreit sind, müssen ein entsprechendes Attest vorlegen. Die Realschule St. Ursula will dann versuchen, die Schüler mit Abstand zu den anderen im Klassenverband räumlich zu integrieren.

An der Haldenwangschule werden Schüler zwischen sechs und 25 Jahren in ihrer geistigen Entwicklung gefördert. Mit Attest dürfen die Kinder und Jugendlichen, die keine Maske tragen können und auch der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, zu Hause bleiben. Sie lernen dann auf Distanz, wie Rektor Ulrich Domhöver erklärt. „Wir schicken dann Unterrichtsmaterialien zu.“

Gibt es unterschiedliche Unterrichtsanfangszeiten?

Am Petrinum kommen die Schüler gestaffelt, um 7.30 und 8.15 Uhr. In den ersten zwei Wochen gibt es zwei Unterrichtsanfangszeiten an der Wittenbrinkschule (7.45 und 7.55 Uhr). Die Montessori-Schulen haben seit jeher einen „offenen Eingang“, sodass der Schuleinlass entzerrt ist. Auch die Neue Schule will ihre drei Jahrgangsstufen zu unterschiedlichen Zeiten anfangen lassen.

An der Realschule St. Ursula ist die Staffelung nicht umsetzbar, da das Einzugsgebiet zu groß sei und die Busverbindungen zu unterschiedlich.

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Was passiert in den Pausen?

Schüler an Schulen mit einem großen Schulhof, beispielsweise die Realschule St. Ursula, können die großen Pausen getrennt nach Jahrgangsstufen verbringen. Das Petrinum, die Neue Schule und die Haldenwangschule arbeiten mit versetzten Pausen. Das Gymnasium schaltet den Pausengong ab, damit nicht alle gleichzeitig rausstürmen. Stattdessen regeln die Lehrer den Weg in die Pause. Jede Klasse bekommt einen Bereich auf dem Hof zugewiesen.

Wie gehen Schulen mit der Hitze um?

Die Schulen wollen alle auch draußen Unterricht ermöglichen, wenn auch nur zeitweise. „Wir möchten flexibel reagieren“, erklärt Dirk Börger von der Geschwister-Scholl-Schule. Damit meint er auch kurze Pausen zum Trinken, die alle Schulleiter einrichten wollen. An der Neuen Schule ist in jedem Klassenraum ein „Notfalltisch“ eingerichtet, an dem Schüler die Maske abnehmen dürfen, um Luft zu schnappen und etwas zu trinken. In den Petrinum-Klassen darf nicht gegessen und getrunken werden, auch nicht am Fenster. Die Kinder und Jugendlichen dürfen aber in den Trink-Ecken auf dem Flur jederzeit trinken. „Kinder dürfen jederzeit genug Flüssigkeit aufnehmen“, betont Schulleiter Markus Westhoff.

"Manche Schüler vergessen, dass sie noch die Maske aufhaben", meint Lehrer Steffen Dederer. Alexander (9) dürfte sie an seinem Platz eigentlich abnehmen.

„Manche Schüler vergessen, dass sie noch die Maske aufhaben", meint Lehrer Steffen Dederer. Alexander (9) dürfte sie an seinem Platz eigentlich abnehmen. © Lydia Heuser

Nach dem Hitzefrei-Erlass des Landes NRW können Schulleiter für Grundschüler und Schüler der Sekundarstufe 1 entscheiden, ob der Unterricht ausfällt. Im Erlass heißt es: „Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden.“

Rektor Ulrich Domhöver von der Förderschule Haldenwang kann nicht „ad hoc“ Hitzefrei geben. „Das müssen wir mindestens ein, zwei Tage vorher ankündigen, da unsere Schüler mit Bussen zu uns kommen und die Eltern ebenfalls Bescheid wissen müssen.“

Susanne Bender, Schulleiterin der Neuen Schule, gibt zu: „Wir machen uns schon Sorgen.“ Um 10 Uhr sei ein leerer Klassenraum bereits auf 29 Grad aufgeheizt gewesen. Deshalb setze die Schule am Donnerstag und Freitag auf verkürzte Unterrichtsstunden. Momentan müsse sie regeln, dass auch Kinder mit berufstätigen Eltern nach der Schule betreut werden können. Wie es nach der ersten halben Woche weitergehe, könne sie jetzt (10. August) noch nicht sagen.

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Was ist, wenn es einem Kind schlecht geht?

Auch hier reagieren die Schulen alle ähnlich. „Bitte lassen Sie kranke Kinder immer zu Hause“, appelliert etwa die Agathaschule an die Eltern. Auch die „Triefnase“ sei ein Grund, die Kinder nicht in die Schule zu schicken. Wer 24 Stunden kein Fieber und Husten hatte, dürfe wieder hin.

Geht es Schülern während des Unterrichts schlecht und zeigen sie Symptome von Covid-19, melden sie sich beim Lehrer. Das Kind wird, bis die Eltern es abholen, separat beaufsichtigt. Die Schulleitung meldet den Verdacht dem Gesundheitsamt, das dann das weitere Vorgehen regelt.

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