Lange Schlangen bildeten sich am Freitag vor dem DRK-Haus an der Borkener Straße. Die Stadt hatte eine Impfaktion organisiert, die Parksituation vor Ort aber nicht bedacht. © Manuela Hollstegge
Impfaktion

Hunderte Impfwillige verursachen Park-Chaos bei Lidl

Die mobile Impfaktion der Stadt wurde förmlich überrannt. Bereits um 13 Uhr mussten Neuankömmlinge umdrehen. Bei Lidl kam die Organisation der Aktion nicht gut an.

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der mobilen Impfaktion der Stadt Dorsten um 12 Uhr hatten sich Schlangen vor dem DRK-Haus an der Borkener Straße gebildet. Das Organisationsteam verteilte Kärtchen an die Wartenden, um den Überblick zu behalten, wann die 180 vorrätigen Dosen verplant waren.

Gegen 13 Uhr waren alle Kärtchen verteilt, 54 Menschen bereits geimpft. Der Dorstener Sebastian Schmitter hatte Glück – er war eine Viertelstunde vor Beginn der Aktion vor Ort und konnte noch ein Kärtchen ergattern. Rund anderthalb Stunden musste er warten, bis die ersehnte Spritze gesetzt wurde.

„Bei den Hausärzten wartet man deutlich länger, um überhaupt einen Termin zu bekommen, daher ist das okay“, sagte er. Für ihn war es die zweite Impfung gegen Corona – bei der ersten hatte er den Impfstoff Johnson & Johnson bekommen und durfte sich daher am Freitagnachmittag (12. November) erneut impfen lassen.

Impfquote in Dorsten insgesamt soll erhöht werden

Die Stadt hatte im Vorfeld nach Angaben von Stadtsprecher Ludger Böhne alle rund 4.000 Kunden des benachbarten Job-Centers angeschrieben und auf die Impfaktion hingewiesen. „Wir wollen Menschen erreichen, die noch gar nicht geimpft sind und die Impfquote in Dorsten insgesamt erhöhen“, erklärte Böhne.

Drittimpfungen gab es aus diesem Grund am Freitag nicht. Eine Handvoll Menschen, die eine Booster-Impfung haben wollten, seien laut Böhne gegen Mittag da gewesen. Diese hätten aber Verständnis dafür gezeigt, erst einmal an die Hausärzte verwiesen zu werden.

Neue mobile Impftermine der Stadt Dorsten sind in Planung

Nicht so viel Verständnis hatten einige Impfwillige, die erst später zum DRK-Haus kamen und direkt wieder nach Hause geschickt wurden, da alle Impfdosen bereits verplant waren. „Die Planungen für einen neuen Termin laufen, noch ist aber nichts spruchreif“, so Böhne.

Von der Organisation überhaupt nicht angetan war Mandy Henning, Filialleiterin des benachbarten Lidl: „Die, die sich bei der Aktion impfen lassen wollen, parken alle auf unseren Parkplätzen. Unsere Kunden und sogar unsere Mitarbeiter können nirgends mehr parken, Lkw kommen nicht mehr durch.“ An einem Freitagnachmittag sei das besonders schlimm, da viele Menschen für das Wochenende einkaufen würden. Verzweifelt versuchte die Filialleiterin, Impfwillige zu ihren Autos zurückzuschicken und bat sie, umzuparken.

„Wir wussten nichts von der Aktion – das hätte man wirklich vorher bei uns anmelden können“, sagte Henning. Nachdem das Problem sich immer mehr abzeichnete, hatte die Stadt zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes abgestellt. „Die versuchen, die Situation zu lösen und weisen alle darauf hin, am Rathaus zu parken“, erklärte Ludger Böhne. Sollte es noch einmal eine Impfaktion am DRK-Haus geben, werde man diesen Hinweis vorher veröffentlichen.

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Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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