Im DHL-Paketzentrum in Dorsten ist schon wieder Weihnachten

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Dem DHL-Paketzentrum in Dorsten kommt in der Corona-Krise eine besondere Bedeutung zu. Die Mitarbeiter fühlen sich, als wäre wieder Weihnachten. Kunden können einen Service vereinbaren.

Dorsten

, 10.04.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Aufrechterhaltung von Lieferketten und die Zustellung von Briefen und Paketen ist in der Corona-Krise lebensnotwendig, um die Versorgung in Deutschland zu sichern. „Unsere Mitarbeiter bringen neben anderen Berufsgruppen ein Stück Normalität in einer Zeit der Ausnahmen“, beschreibt Britta Töllner, Unternehmenssprecherin der Deutschen Post DHL, die Situation.

Auf dem Niveau der Vorweihnachtszeit

Im Paketzentrum in Dorsten steigt seit Ende März die Zahl der Sendungen täglich an. „Das sind wesentlich mehr als im letzten Jahr zu dieser Zeit. Wegen der Reiseeinschränkungen und dem Osterfest wird sich das noch weiter steigern“, ist Barbara Töllner überzeugt, ohne aktuelle Zahlen nennen zu können.

Die Beschäftigten dort kennen den Stress aus dem alljährlichen Vorweihnachtsgeschäft. „Auf diesem Niveau bewegen wir uns jetzt wieder.“ Im DHL-Paketzentrum an der Lünsingkuhle wurden im letzten Jahr rund 90 Millionen Pakete bearbeitet. Verkehrsstärkster Tag des Weihnachtsgeschäfts in Dorsten war der 18. Dezember 2019 mit 470.000 Sendungen.

DHL-Paketzentrum in Dorsten

Im DHL-Paketzentrum in Dorsten werden derzeit genauso viele Pakete bearbeitet wie in der Vorweihnachtszeit. © Christian Dalchow

Den neuen Boom sieht die DHL-Sprecherin in der Corona-Krise begründet. „Auch kleine Händler setzen verstärkt auf DHL, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen.“ Bislang kämen die meisten Lieferungen ohne Verzögerung bei den Empfängern an - auch weil die Deutsche Post DHL „die Kapazität weiter hochgefahren“ habe und vermehrt Kollegen aus anderen Bereichen, wie dem Brief- oder Landfrachtgeschäft, einsetze.

Zur Sache

Immer mehr Online-Bestellungen

In den vergangenen fünf Jahren wurden in Dorsten mehr als 400 Millionen Pakete bearbeitet (Stand Januar 2020). Außerdem sieht die Deutsche Post ein starkes Wachstum bei den größerformatigen Briefsendungen wie Warenpost, Maxibriefe und Bücher-/Warensendungen Diese Sendungen gewinnen kontinuierlich an Bedeutung, da immer mehr Menschen Geschenke online einkaufen.

Um Mitarbeiter und Kunden vor dem Coronavirus zu schützen, ergreift das Unternehmen nach eigenen Angaben „in sämtlichen Bereichen Vorkehrungen und folgt den Empfehlungen des Robert Koch Instituts“. Betriebliche Prozesse seien „situationsbezogen angepasst“ worden.

Für Haushalte in Selbstisolation oder unter Quarantäne empfiehlt Barbara Töllner deshalb einen kostenlosen Ablagevertrag. Dann legt der Zusteller Paket-Sendungen an einen zuvor vom Kunden festgelegten Ort ab, eine direkte Übergabe ist nicht mehr erforderlich.

Das kann man online vereinbaren. Zudem verzichtet die Deutsche Post DHL „bis auf Weiteres“ auf die eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger.

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