Immer mehr Sondereinsätze: Dorstens Kommunaler Ordnungsdienst zieht Bilanz

hzKommunaler Ordnungsdienst

Die Einführung eines Kommunalen Ordnungsdienstes hat sich aus Sicht der Stadt Dorsten bewährt. Mehr Sauberkeit und Sicherheit - diese Ziele seien erreicht worden. Doch der Preis ist hoch.

Dorsten

, 12.12.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Personal, neue Dienstkleidung und zwei neue Einsatzfahrzeuge: Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in Dorsten fällt auf. „Das nehmen viele Menschen in Dorsten positiv wahr“, meint Christoph Fortmann. Der Leiter des Ordnungs- und Rechtsamtes hat jetzt eine erste Bilanz vorgelegt, die mit beeindruckenden Zahlen glänzt, aber vor allem ein Loblied singt auf die Männer und Frauen, die seit Juni 2018 für mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt sorgen sollen.

Über 4900 Einsätze in einem Jahr

Fortmann spricht von „hoher Einsatzbereitschaft und Flexibilität“ seiner 14 Kolleginnen und Kollegen. Das gilt sowohl für die Aufgabenbereiche („Jeder macht im Prinzip alles“) als auch für die Arbeitszeiten. „Das Zweischicht-Modell zwischen 6.30 und 18.30 Uhr hat sich bewährt“, meint Fortmann.

Zu den mehr als 4900 Einsätzen zwischen Juni 2018 und Juni 2019 gehören allerdings auch 680 Stunden für Sondereinsätze in den Abendstunden und an Wochenenden. Immer öfter wird der Kommunale Ordnungsdienst bei Schützenfesten und Stadtfesten, bei Sportveranstaltungen und Trödelmärkten eingesetzt. Überstunden werden nicht bezahlt, „deshalb fehlen die Mitarbeiter dann im regulären Betrieb, zum Beispiel bei der Besetzung des Blitzerwagens und bei Streifendiensten“, so Fortmann.

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Trotzdem ist der KOD in Dorsten personell deutlich besser aufgestellt als in Städten vergleichbarer Größe. Gladbeck hat neun Mitarbeiter, Castrop-Rauxel nur vier. Das Aufgabenfeld ist aber möglicherweise auch größer. Es geht nämlich in Dorsten längst nicht nur darum, Autofahrer zu blitzen und Parksündern ein Knöllchen zu verpassen.

Körperliche Attacken gab es noch nicht

Aufenthaltsermittlungen, Abschiebebegleitung für die Ausländerbehörde, „Gefährdungsansprachen“ bei aggressivem Betteln, Personen und Wohnungen durchsuchen - allein das zeigt, dass die KOD-Mitarbeiter mitunter auch Aufgaben übernehmen, die zu Konfrontationen führen können. „Bislang ist es bei verbalen Attacken geblieben“, sagt Christoph Fortmann merklich erleichtert.

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Der KOD-Leiter hält es deshalb derzeit nicht für notwendig, seine Kolleginnen und Kollegen mit Schlagstöcken zu bewaffnen, wie dies beispielsweise in Bonn, Wuppertal oder Dortmund geschehen ist. „Wir schulen aber alle Einsatzkräfte in Selbstverteidigung und wie sie sich deeskalierend verhalten können“, sagt er. „Aber für der Notfall hat jeder eine Dose Pfefferspray dabei.“

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