Hundesteuer: In Dorsten wäre noch Luft nach oben - nicht nur bei Kampfhunden

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In Dorsten gibt es kaum noch Kampfhunde. Das macht eine Steuererhöhung nur für diese Rassen schwierig. Die Stadt hat eine andere Idee, wie sie mehr Geld kassieren könnte.

Dorsten

, 12.11.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Limit bei der Hundesteuer ist in Dorsten noch nicht erreicht. 108 Euro kostet seit 2012 ein „normaler“ Vierbeiner pro Jahr, das Vierfache ein sogenannter Kampfhund. Andere Städte kassieren mehr Geld. Deshalb sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Grundsätzlich ist eine Erhöhung der Hundesteuer möglich.“

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Dass die Politik in der kommenden Woche und zehn Monate vor der Kommunalwahl eine Steuererhöhung beschließt, ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich. Deutlich populärer wäre es wohl, die Steuer nur für gefährliche Hunde anzuheben, aber das sieht der Bürgermeister in einer Berichtsvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss skeptisch.

Erhöhung nur der Kampfhunde-Steuer ist schwer zu begründen

Zum einen gibt es kaum noch sogenannte Kampfhunde, die Mehreinnahmen von knapp 4000 Euro wären also ziemlich überschaubar. „Aber auch ordnungspolitisch ist eine Steuererhöhung kaum zu begründen“, erklärt der Bürgermeister. „Denn das angestrebte Ziel, die Zahl der gefährlichen Hunde und Rassen zu verringern, ist bereits erreicht worden.“

„Das angestrebte Ziel, die Zahl der gefährlichen Hunde und Rassen zu verringern, ist bereits erreicht worden.“
Bürgermeister Tobias Stockhoff

128 Kampfhunde zählte die Stadt, als sie 2006 den erhöhten Steuersatz für diese Tiere einführte. Jetzt sind es offiziell noch 36, der Anteil an der gesamten Hundehaltung beträgt nur 0,6 Prozent. Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich der Kampfhunde-Bestand auch ohne Steuererhöhung in den nächsten Jahren weiter reduziert.

Aber da gibt es ja auch noch die „normalen“ Hunde. Etwa 6000 sind es laut Steuer-Statistik in Dorsten, aber stimmt diese Zahl überhaupt? Die letzte Zählung liegt sechs Jahre zurück. Die Stadt will deshalb im nächsten Jahr eine neue Hundebestandsaufnahme vorbereiten, um spätestens 2021 auch all jene zur Kasse zu bitten, die ihren Vierbeiner nicht angemeldet haben.

Hundezählung soll Geld in die Kasse spülen

„Durch eine Hundezählung wird sich der zu versteuernde Hundebestand erfahrungsgemäß erhöhen“, glaubt der Bürgermeister. Ohne zu wissen, wie viele Hunde tatsächlich „illegal“ in Dorsten leben, hat die Stadt für 2021 schon mal Mehreinnahmen von 20.000 Euro eingeplant. Sie geht also davon aus, dass derzeit etwa 180 Hunde „steuerfrei“ in Dorsten leben.

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