Industriepark: Bürger fordern Tempo 30 und Zufluss-Ampel auf B 58

hzVerkehrspolitik

Wulfener Bürger machen Vorschläge zu einem Verkehrskonzept für das geplante Industriegebiet an der viel befahrenen B 58 in Dorsten. Der Antrag beschäftigte jetzt die Politik.

Dorsten, Wulfen

, 07.07.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rüdiger Kühn war eines wichtig zu betonen: „Wir wollen nicht, dass sich das Verfahren für den Bebauungsplan verzögert“, sagte er im Dorstener Haupt- und Finanzausschuss: „Denn die Arbeitsplätze dort sollen geschaffen werden.“

Aber ebenso wichtig sei es, die Planungen für das künftige Industriegebiet „Große Heide“ mit einem „Verkehrskonzept der Zukunft“ für Wulfen und auch mit einer städtischen Gesamtbetrachtung zu verknüpfen.

Der Wulfener ist Sprecher einer Initiative, die einen Bürgerantrag für die verkehrliche Einbindung des an der B 58 geplanten Industriegebiets vorbereitet hatte. Er wurde bereits auf der Wulfen-Konferenz präsentiert und nun der Politik vorgelegt.

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Der Antrag hat zum Ziel, die Verkehrsströme so zu steuern, dass für die Bürger - besonders für die Anwohner an der B 58 zwischen dem geplanten Industriegebiet und Deuten - keine zusätzlichen Belastungen entstehen. Hauptforderung: In dem besagten Streckenverlauf müsse eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit Tempo 30 festgelegt werden, eine „Pförtnerampel“ soll den Verkehrszufluss auf die B 58 steuern.

Im weiteren Verfahren

Die Politik beschloss einstimmig den Vorschlag der Verwaltung, die von der Initiative in dem Bürgerantrag vorgebrachten Anregungen und Bedenken im Verlauf des Planverfahrens für das Industriegebiet zu prüfen.

Auch der Bahnübergang an der B 58 (Weseler Straße) wird in den Blick genommen.

Auch der Bahnübergang an der B 58 (Weseler Straße) wird in den Blick genommen. © Bludau

Rüdiger Kühn hatte angezweifelt, ob sein Antrag Teil eines normalen Bebauungsplanverfahren sein könne, da eine „Gesamtkonzeption“ nötig sei. Die Stadtspitze erläuterte, dass derzeit „ein Mobilitätskonzept für die gesamte Stadt in der Mache“ sei, in dem auch der Stadtteil Wulfen eine große Rolle wird spielen müssen. Doch die Erstellung werde wohl zweieinhalb Jahre dauern.

Holger Lohse kündigte an, dass man sich im Bauleitverfahren nicht nur mit den Verkehrsanschlüssen des Industriegebiets beschäftigen werde, „sondern mit dessen gesamten Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr, bis hin zur den Bahn-Signalanlagen“.

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Vonseiten der SPD wurde angemerkt, dass es beim Mobilitätskonzept auch um den ÖPNV und den Radverkehr gehe. Für die Grünen war eine Bürgerbeteiligung wichtig. Bernd Schwane (CDU) merkte an, die „Gesamtgemengelage in Wulfen in einem Abwägungsprozess zu würdigen.

Die Initiative um Rüdiger Kühn will mit Hilfe eines integrierten Handlungskonzepts den Stadtteil zukunftsfähig gestalten - vor allem im Bereich der Mobilität. Ein Vorschlag dabei: Rad-Schnelltrassen zwischen den Wulfener Ortsbereichen, die für E-Bikes und Pedelecs geeignet sind und an das städtische und überregionale Radwegenetz angebunden sind. Andere Anregung: Ausbau eines beleuchteten Rad- und Fußwegenetzes, das auch die ÖPNV-Haltestellen und die Bahnhöfe in Wulfen und Deuten anbindet.

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