Ein Corona-Schnelltest gehört mittlerweile auch für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag. © picture alliance/dpa/CTK
Coronavirus

Infektionszahl bei Kindern und Jugendlichen in Dorsten steigt wieder

Kinder und Jugendliche sind inzwischen weitaus häufiger von Corona-Infektionen betroffen als die ältere Generation. Erstmals gibt es dazu detaillierte Zahlen aus Dorsten.

Die Corona-Inzidenz im Kreis Recklinghausen sinkt, doch Kita- und Schulkinder bleiben in den nächsten Tagen noch überwiegend auf Distanz. Mit Blick auf die Infektionszahlen scheint das eine richtige Entscheidung zu sein. Denn in der jüngeren Generation hat sich das Virus im April weit stärker verbreitet als zu früheren Zeiten.

Das zeigt ein Blick auf die Infektionszahlen, die die Stadt Dorsten auf Anfrage erstmals zur Verfügung gestellt hat. Sie geben Aufschluss darüber, wieviele Kinder unter zehn Jahren mit dem Coronavirus infiziert sind oder waren und wieviele es in der Altersgruppe der 10-bis 20-Jährigen sind oder waren.

Eine wichtige Erkenntnis: Anfang April war die Situation in Dorsten in diesen beiden Altersgruppen insgesamt angespannter als Ende des Monats. Aber zuletzt sind die Infektionszahlen wieder gestiegen, wenn auch insgesamt noch nicht wieder auf das frühere Niveau.

Kinder unter zehn Jahren: Am 1. April waren 18 Mädchen und Jungen infiziert (Quote: 281,4), in den Folgenwochen waren stets zwischen 15 und 20 Kinder am Coronavirus erkrankt. Am 29. April waren dem Gesundheitsamt 23 Erkrankte aus dieser Altersquote gemeldet (Quote: 359,5).

Kinder von 10 bis 20 Jahren: Am 1. April waren 32 Kinder und Jugendliche infiziert, Mitte des Monats gab es 17, Ende des Monats 19 Erkrankte (Quote: 273,3)

Altersgruppe 0 bis 20 Jahre: Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es am 1. April die höchste Infektionszahl gab (50) und Mitte des Monats die niedrigste (37). Inzwischen ist die Zahl wieder gestiegen auf 42 Erkrankte am 29. April.

  • Die Stadt Dorsten und das Kreisgesundheitsamt errechnen aus den Infektionszahlen eine Quote, um Vergleichswerte zu haben. „Diese Quote ist nicht gleichbedeutend mit dem Inzidenzwert“, warnt Stadtsprecher Ludger Böhne vor voreiligen Schlüssen. „Die Quote gibt die Zahl der Infektionen, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner in der jeweiligen Altersgruppe, an.“

Das macht den Vergleich mit anderen Altersgruppen, aber auch mit dem Kreis Recklinghausen möglich. Zu erkennen ist zum Beispiel, dass die Zahl der Infektionen und die Quote in der Altersgruppe 70+ am niedrigsten ist. Hier sind viele Menschen bereits geimpft worden oder waren schon erkrankt.

Am Beispiel des 29. April lässt sich vergleichen, wie unterschiedlich das Infektionsgeschehen in den unterschiedlichen Altersgruppen in Dorsten und im Kreis Recklinghausen ist. © Quelle: Stadt Dorsten © Quelle: Stadt Dorsten

Mitunter deutlich mehr Infektionen als bei Kindern und Jugendlichen gibt es in den Altersgruppen der 20- bis unter 40-Jährigen und der 40- bis unter 60-Jährigen. Die höchste Quote in Dorsten überhaupt gab es am 1. April bei den 20- bis unter 30-Jährigen mit 566,3, die niedrigste am selben Tag bei den 70- bis unter 80-Jährigen (106,5).

Dorsten ist besser als der Kreis RE insgesamt

Im Vergleich mit dem Kreis Recklinghausen fällt auf: Anfang April hatte Dorsten eine höhere Infektionsquote bei Kindern und Jugendlichen als der Kreis RE insgesamt. Das Bild hat sich anschließend gedreht, auch bei den Gesamtzahlen. Am 29. April hatte Dorsten eine Infektionsquote über alle Generationen von 299,9, der Kreis RE von 437,0. Und: Ohne Dorsten ist diese Quote derzeit noch schlechter (456,0).

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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