Jahresrückblick: Stockhoff und die CDU „beherrschen“ jetzt Dorsten - theoretisch

Gratulation in Corona-Zeiten: Grünen-Kandidat Mauritz Hagemann (l) war bei der Kommunalwahl chancenlos gegen Amtsinhaber Tobias Stockhoff. © Stefan Diebäcker
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Bei der Bürgermeisterwahl erhielt Tobias Stockhoff 76,9 Prozent der Stimmen, das überraschte sogar ihn selbst. Doch die Konkurrenz war mit Mauritz Hagemann (Bündnis 90/ Die Grünen), Marco Bühne (AfD) und Simon Rodriguez Garcia (Die PARTEI) auch nicht sonderlich stark.

Hagemann und Rodriguez hatten sich erst wenige Wochen vor der Wahl aufstellen lassen, nachdem SPD-Kandidatin Jennifer Schug überraschend von allen Ämtern zurückgetreten war.

In einem Interview mit der Dorstener Zeitung sagte Tobias Stockhoff nach seiner Wiederwahl: „Das Thema ,Absolute Mehrheit‘ löst bei allen großen Respekt aus. Es wird in den nächsten fünf Jahren noch wichtiger werden, andere Meinungen, Ideen einzubinden, Kompromisse zu suchen. Was nicht heißt, dass es am Ende Konsens-Soße wird, aber ich glaube, dass man diese Mehrheit sehr verantwortungsvoll wahrnehmen muss.“

Alle Wahlkreise an die CDU

Bei der Ratswahl hatte die CDU alle 22 Wahlbezirke in Dorsten gewonnen und sich mit 53,0 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit im Rat gesichert. Für den Fraktionsvorsitzenden Bernd Schwane war das „ein traumhaftes Ergebnis“.

Die SPD mit ihrem kurzfristig reaktivierten Spitzenkandidaten Friedhelm Fragemann („Das Ergebnis ist nicht gut für die Demokratie“) büßte fast die Hälfte ihrer 15 Sitze ein. Mit 18,3 Prozent beklagten die Sozialdemokraten ihr schlechtestes Wahlergebnis in Dorsten seit Langem.

„Historisch“, so Mauritz Hagemann, war auch das Ergebnis der Grünen. Nie zuvor hatten sie 13,3 Prozent der Stimmen bei einer Ratswahl erhalten. Mit sechs Sitzen sind sie bis zur nächsten Wahl im Jahr 2025 im Stadtrat vertreten und etablierten sich als drittstärkste politische Kraft in der Stadt.

Erstmals sieben Parteien im Stadtrat

Im Dorstener Stadtrat sind erstmals sieben Parteien vertreten. Neu im höchsten politischen Gremium sind die AfD (6,1 Prozent, drei Sitze) und Die PARTEI (3,5 Prozent, zwei Sitze).

Mit einem Desaster endete die Kommunalwahl für die FDP (2,7 Prozent) und Die Linke (2,8 Prozent). Beide Parteien sind nur noch mit einem Sitz im Rat vertreten und haben ihren Fraktionsstatus verloren. Inzwischen macht Die PARTEI mit den Linken gemeinsame Sache. Das Ganze nennt sich „Die FRAKTION“.

Die Wahlbeteiligung lag in Dorsten bei 54,4 Prozent und somit etwa drei Prozentpunkte höher als bei der letzten Kommunalwahl.

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