Schüler des Petrinums führen aktuell durch die Ausstellung 2Angst vor Hass - Juden in Deutschland haben wieder Angst". Sie haben sich an drei Tagen dafür ausbilden lassen. © Manuela Hollstegge
Ausstellung

Juden haben Angst – Schüler führen durch brandaktuelle Ausstellung

„Angst vor Hass - Juden in Deutschland haben wieder Angst“ - so heißt eine Ausstellung, die aktuell im Petrinum gezeigt wird. Das Besondere: Durch die Ausstellung führen die Schüler selbst.

Als Petrinumschüler Matthes während seiner Führung durch die Ausstellung ein Plakat der „Neuen Rechten“ zitiert, auf dem es heißt „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“, wird er sehr deutlich: „Ich schäme mich, mit Menschen, die so denken, in einem Land zu leben!“

Er sowie 14 weitere Mitschüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 haben sich freiwillig dazu gemeldet, sich an drei Tagen zu Führern durch die Ausstellung „Angst vor Hass – Juden in Deutschland haben wieder Angst“ ausbilden zu lassen. Das Coaching haben Studierende der Uni Duisburg-Essen übernommen.

„Mir war sofort klar, dass ich da mitmache. Ich sehe immer die Polizei vor unserem jüdischen Museum stehen und finde das wirklich traurig. Ich möchte andere junge Menschen im Kampf gegen Antisemitismus mit ins Boot holen“, erzählte die 19-jährige Schülerin Amelie.

Dorstener Projektgruppe holte Ausstellung ins Petrinum

Die Ausstellung selbst wurde konzipiert von Fotograf Ulrich Püschmann, dem Leiter der Alten Synagoge Essen, Uri Kaufmann sowie Hidir Celik, dem Leiter der evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit in Bonn. Die Dorstener Projektgruppe „Brückenschlag“ hat die Ausstellung ins Petrinum geholt.

18 Plakate hängen nun im Foyer der Petrinum-Aula. Auf ihnen finden sich Zitate und Bilder von von Antisemitismus Betroffenen, aber auch von Schülern, die sich mit dem Thema beschäftigt haben sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber auch der Wandel des politischen Klimas hin zur Relativierung sowie antisemitische Anfeindungen in Sozialen Medien werden aufgegriffen.

Schüler sollen für das Thema Antisemitismus sensibilisiert werden

„Der Antisemitismus ist offener, frecher, öffentlicher geworden und hat eine neue Art der Qualität, aber auch der Aggression erreicht. Besonders die Anonymität des Internets sehe ich da als große Gefahr“, sagte Uri Kaufmann, Leiter der Alten Synagoge Essen, zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag (29. Oktober). Er rief die Schüler auf, junge Leute für das Thema zu sensibilisieren und dagegen zu sprechen, wann immer man antisemitische Äußerungen höre.

Ähnlich appellierte auch Bürgermeister Tobias Stockhoff an die Schüler: „Sucht den Kontakt und steht auf, wenn Menschen jüdischen Glaubens ausgegrenzt werden!“ Franz-Josef Stevens von der Dorstener Projektgruppe „Brückenschlag“ betonte zudem noch einmal die besondere Verantwortung der Schulen bei diesem Thema: „Es widerspricht nicht dem Neutralitätsgesetzt, wenn man sich deutlich gegen die Ausgrenzung von Juden ausspricht.“

Noch vier Wochen ist die Ausstellung im Petrinum zu sehen. In dieser Zeit wird auch die Dorstener Ratsfraktion an einer Schülerführung teilnehmen – das kündigte Tobias Stockhoff bei der Eröffnung am Freitag zumindest spontan an. Wer sich ebenfalls für eine Führung interessiert, kann sich im Sekretariat unter Tel. (02362) 20 10 10 anmelden. Mehr Informationen gibt es unter www.angst-vor-hass.de sowie www.brueckenschlag-dorsten.de.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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