Jüdisches Museum gedenkt Opfer der Reichspogromnacht „Vergangenes darf nicht vergessen werden“

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Kathrin Pieren (l.), Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten, und Bürgermeister Tobias Stockhoff gedachten der Opfer der Reichspogromnacht.
Dr. Kathrin Pieren (l.), Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten, und Bürgermeister Tobias Stockhoff gedachten der Opfer der Reichspogromnacht. © Katharina Göke
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In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten SS-Männer Synagogen, Geschäfte und Wohnungen von Juden in Brand und plünderten sie. Jüdinnen und Juden wurden verhöhnt, inhaftiert, geschlagen und manche getötet. „Die Nachbarn haben zugeschaut oder sogar mitgemacht“, erinnerte die Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten, Dr. Kathrin Pieren.

In ihrer Rede zitierte sie insbesondere den Juden Günther Katzenstein. Dieser schilderte in einem Interview aus dem Jahr 1988 seine Erlebnisse aus der Reichspogromnacht.

Er erzählte, dass die Wohnung, in der er und seine Eltern wohnten, komplett geplündert worden war. Viele Möbelstücke wurden aus dem Fenster geschmissen. „Unseren Bechsteinflügel schmissen sie auf die Straße“, zitierte ihn Kathrin Pieren. Die Schäden mussten sie selbst bezahlen.

Für Katzenstein waren diese Ereignisse ein weiteres Warnzeichen, wie er in einem Brief aus dem Jahr 1966 an seinen deutschen Jugendfreund Karl-Josef Lenz schrieb. Teile aus diesem las Pieren ebenfalls vor.

Mit seinem Zitat „Das Vergangene darf nicht vergessen werden, das sind wir den Toten schuldig“ schloss sie ihre Ansprache.

Bürgermeister Tobias Stockhoff wies zum Abschluss auf das Deutsche Riga-Komitee hin, dem Dorsten angehört. Dieses unterstütze die Stadt mit einem jährlichen Beitrag. „Uns ist es wichtig, dass nicht nur der Rat beigetreten ist, sondern auch alle Dorstener“, sagte er.