Polizei erwischt Kanalspringer: Bahnstrecke vorübergehend gesperrt

Polizeieinsatz

Die Bundespolizei hat einen Kanalspringer auf einer Dorstener Eisenbahnbrücke erwischt. Eine Gardinenpredigt über die Gefahren und ein Bußgeld von 25 Euro waren dem 16-Jährigen sicher.

Dorsten

von Guido Bludau, Petra Berkenbusch

, 13.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bundespolizei drückt kein Auge zu, wenn sie Kanalspringer bei ihrem gefährlichen Tun erwischt.

Die Bundespolizei drückt kein Auge zu, wenn sie Kanalspringer bei ihrem gefährlichen Tun erwischt. © Guido Bludau

Das heiße Wetter und der Wunsch nach Abkühlung siegten über die Vernunft: Am Mittwochnachmittag hielten sich mehrere Jugendliche auf einer Bahnbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten auf und begaben sich dadurch gleich doppelt in Lebensgefahr.

Gegen 17 Uhr wurde die Bundespolizei über den Aufenthalt von Menschen auf der Bahnbrücke informiert. Daraufhin wurde sofort die Sperrung der Bahnstrecke veranlasst. Mit Blaulicht und Martinshorn sausten die Einsatzkräfte zur Brücke.

Polizisten lasen dem Brückenspringer die Leviten

Während mehrere Jugendliche rechtzeitig flüchteten, wurde ein 16-jähriger auf den Gleisen angetroffen und direkt aus dem Gefahrenbereich begleitet, wie die Polizei mitteilte. Gegen ihn leitete die Bundespolizei ein Bußgeldverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts im Gleisbereich ein, das ihn 25 Euro kosten wird.

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Außerdem ließen die Polizisten bei ihrer Ansprache keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich für die Sprünge ins kühle Nass gleich aus mehreren Gründen in Gefahr begeben hatte.

Züge sind schnell, lautlos und können nicht ausweichen

Eine Gefahr stellen die Züge dar, die Hindernissen nicht ausweichen können und einen sehr langen Bremsweg haben. Sie nähern sich außerdem fast lautlos: Ein elektrisch betriebener Zug ist selbst bei mehr als 200 km/h für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt.

Zudem kann es beim Klettern auf Brückengeländern durch die Nähe zur Oberleitung (15.000 Volt Spannung/1000 Ampere Stromstärke) zu einem Stromüberschlag kommen, ohne dass die Stromleitung überhaupt berührt wird.

Sog kann Schwimmer in die Schiffsschraube ziehen

Beim Sprung in Kanal oder Fluss können leicht Gegenstände übersehen werden, die unter der Wasseroberfläche treiben, gerade im Bereich von Brückenpfeilern. Beim Sprung auf solche Gegenstände können schwere Verletzungen entstehen.

Ist die Wassertiefe zu gering, können sich Springer schwer verletzen.

Außerdem können fahrende Schiffe einen so starken Sog auslösen, dass Schwimmer unter Wasser oder sogar in die Schiffsschraube gezogen werden. Bug- und Heckwellen können Badende gegen Spundwände oder Steinböschungen drücken.

Zudem haben Frachtschiffe oftmals Schiffslängen von mehr als 100 Metern. Die Schiffsführer können Badende somit nicht rechtzeitig erkennen. Ein Ausweichen ist hier kaum möglich.

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