Dorstens Katholiken bekommen erst 2021 einen neuen Dechanten

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Vor fast einem halben Jahr hat Ulrich Franke Dorsten verlassen. Einen Nachfolger in der Gemeinde St. Agatha gibt es, einen neuen Dechanten aber noch lange nicht.

Dorsten

, 05.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ulrich Franke hat tiefe Spuren in Dorsten hinterlassen. 25 Jahre war er Pfarrer von St. Agatha, seit 2009 auch Dechant des Dekanats Dorsten, nachdem er die Leitung der aus den vier Gemeinden südlich der Lippe fusionierten Pfarrei übernommen hatte. Franke ist nach Olfen gegangen, Dr. Stephan Rüdiger ist nach Dorsten gekommen. Doch ob damit auch der neue Dechant gefunden ist, entscheidet sich erst in einem Jahr.

Dechantenwahl erst in einem Jahr

„Da sich im Dekanat Dorsten einige personelle Veränderungen ergeben haben, hat die Pastoralkonferenz entschieden, erst im nächsten Jahr, im April oder Mai 2021, die Dechantenwahl abzuhalten“, bestätigte Bistumssprecherin Manuela Kiepe auf Anfrage. Bis dahin nimmt der Lembecker Pfarrer Alfred Voss als Definitor, also als Stellvertreter des Dechanten, die Aufgaben wahr.

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Dr. Stephan Rüdiger ist sicherlich die prominenteste personelle Veränderung gewesen. Aber er kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt nach Dorsten. Zu seiner Einführung am 1. März kamen noch Hunderte Menschen in die Altstadt-Kirche, wenig später bremste die Coronakrise nahezu alle Aktivitäten aus.

„Ich hatte bislang kaum Möglichkeiten, die Menschen kennenzulernen, für die ich künftig da sein werde“, sagte Pfarrer Rüdiger beispielsweise am 22. März, als er unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein kleines Gedenken zum 75. Jahrestag der Bombardierung Dorstens feierte.

Bald wird es leichter, Kontakte zu knüpfen

Seit vergangenem Wochenende dürfen die Geistlichen in Dorsten wieder Besucher zu ihren Gottesdiensten begrüßen. Weitere Lockerungen in den nächsten Wochen würden helfen, noch mehr Kontakte zu knüpfen, Aktionen zu planen, Ideen zu verwirklichen. Ob Pfarrer Rüdiger aber auch Nachfolger von Pfarrer Franke als Dechant wird, steht auf einem anderen Papier.

„Alle pastoralen Mitarbeiter sowie die Pfarreiräte können Vorschläge einreichen, wen sie sich als neuen Dechanten vorstellen können“, erklärt Manuela Kiepe. „Diese Vorschläge berät die Pastoralkonferenz des Dekanats. Anschließend geben sie ein Votum an den Bischof weiter, der letztendlich den neuen Dechanten für eine Amtszeit von sechs Jahren ernennt.“

Der Vertreter des Bischofs im Dekanat Dorsten

Der Dechant ist der Leiter eines Dekanats. Er vertritt den Bischof im Dekanat und repräsentiert die Kirche gegenüber außerkirchlichen Stellen in den Bereichen, die über die Pfarrei hinausgehen und nicht die Kreis- oder Bistumsebene betreffen. „Ihm obliegt die Sorge um das Wohl der pastoralen Mitarbeiter im Dekanat“, erklärt die Bistumssprecherin.

Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die in einem Jahr erst vergeben wird. Die Entscheidung wird wohl zwischen Alfred Voss (Lembeck/Rade), Martin Peters (Wulfen, Deuten, Barkenberg), Peter Boßmann (Hervest und Holsterhausen) und eben Dr. Stephan Rüdiger fallen.

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