Kleingärten vor Generationenwechsel: Das Interesse Jüngerer steigt

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Wegen der Coronakrise stieg deutschlandweit das Interesse an Kleingärten. Im Vergleich zum Vorjahr vervierfachte sich teilweise die Nachfrage. Auch in Dorsten gibt es Wartelisten.

Dorsten

, 14.06.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Beginn der Coronakrise sind Kleingärten heiß begehrt, berichtet der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde, unter dessen Dach 893.000 Kleingärten in 14.000 Vereinen organisiert sind. Demnach habe sich die Nachfrage nach einer Parzelle im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit verdoppelt. In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München sogar vervierfacht.

In Dorsten ist aber der große Ansturm ausgeblieben, sagt Hartmut Lesch, Vorsitzender des Bezirksverbandes Dorsten der Kleingärtner e.V. Er selbst hegt und pflegt eine Parzelle in der Holsterhausener Kleingartenanlage an der Heinrichstraße. Ganz im Gegenteil sei bereits zuvor eine Entwicklung zu erkennen gewesen: „Schon vor Corona haben zunehmend Jüngere und junge Familien Interesse daran gezeigt, eine Parzelle zu pachten.“

Die Dorstener Kleingärtner sind in neun Vereine organisiert: Beerenkamp, Ellerbruch, Im Lippegrund, Holsterhausen, Naturpark, Ovelgünne, Paters Bungert, Sonnengrund und Wulfen. Letzterer bildet mit 50 Parzellen die größte Kleingartenanlage. Andere bestehen sogar lediglich aus zwölf oder 13 Parzellen.

Alle Parzellen in Dorsten verpachtet

Insgesamt gibt es in Dorsten 250 Parzellen. „Diese sind zurzeit alle besetzt. In einzelnen Vereinen gibt es sogar eine Warteliste“, sagt Hartmut Lesch. Das ist ein Unterschied zum Vorjahr. 2019 habe es kurz Leerstände gegeben, selbst in Vereinen, die sonst gleich mehrere Bewerber hätten.

Die Dorstener Kleingärten sind alle etwa zur gleichen Zeit entstanden, berichtet Hartmut Lesch. Er selbst gehörte zu den Gründern, die in Holsterhausen als erste ihre Laube errichteten. Das war 1989. „Den Verein gab es bereits fünf Jahre zuvor, doch wir mussten erst ein geeignetes Grundstück finden.“ Das Areal an der Heinrichstraße habe schließlich ein Landwirt aus Deuten zur Verfügung gestellt.

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Mit dem Ende des Bergbaus zog es viele „junge Alte“, wie Hartmut Lesch sie nennt, in die Kleingärten. Jetzt stehe aber ein Generationenwechsel an. „Wir freuen uns über jeden Interessierten, der sich die Anlagen anschauen möchte.“ Anmelden bauche man sich nicht, einen Ansprechpartner werde man fast immer antreffen.

Eine Parzelle pachten und Mitglied im Verein werden darf grundsätzlich jeder. „Es muss menschlich passen. Das streben wir an, erzwingen kann man das nicht“, sagt Hartmut Lesch. Wichtig sei ein harmonisches Miteinander und sich in die Gemeinschaft einzubringen. „Wir wollen den Kleingartencharakter mit einer Mischung aus Zier- und Nutzgarten beibehalten.“ Dazu brauche es Stehvermögen und Freude am Garten – über das ganze Jahr hinweg.

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Kontakt und weitere Informationen finden sich unter: Bezirksverband Dorsten der Kleingärtner e.V., Ahornstraße 4, 46284 Dorsten, Tel. (02362) 99 70 38, bzvdorsten@t-online.de, www.kleingaertner-dorsten.de.
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