Arzt aus Ghana baut mit Spenden von Dr. Weller aus Dorsten Krankenhaus in Ghana auf

hzKrankenhausbau in Ghana

Für Dr. Samuel Okae (Ghana) war die Praxisauflösung von Dr. Ulrich Weller in Dorsten ein Glücksfall. Er verwirklicht damit seinen Lebenstraum.

Dorsten

, 13.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Samuel Okae hat die Kraft der zwei Herzen. Der Arzt aus Ghana ist Vater von fünf Kindern. Er ist nicht nur Familienvater, sondern auch Mediziner und Handwerker. Für seinen Lebenstraum gibt Okae alles: Er möchte eine Kinderklinik in Ghana verwirklichen. Dafür hat er in Dortmund als Arzt zahlreiche Notdienste geleistet. Nicht nur das.

„Seit mehreren Jahren baut Dr. Okae mithilfe von Spendern und in Eigenleistung an seinem Traum. Er will ein Krankenhaus mit 100 Betten und den Abteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderheilkunde in seiner Heimat verwirklichen“, erzählt der Dorstener Arzt Dr. Ulrich Weller. Er hat im Sommer seine Praxisauflösung betrieben. Davon hat Okae profitiert und zahlreiche medizinische Hilfsmittel in seine Heimat transferieren können.

Das dreigeschossige Krankenhaus-Gebäude steht inzwischen. Es wird über ein gespendetes Notstromaggregat mit Energie versorgt. Das Erdgeschoss ist gefliest und das Gebäude hat ein Dach. „Dr. Okae hat selbst mitgeholfen, zweimal jährlich packt er als Bauarbeiter, Fliesenleger und Anstreicher mit an“ - Ulrich Weller bewundert Okae zutiefst und hat ihm durch Spenden zur Seite gestanden, die der Ghanaer in seiner Heimat hervorragend einsetzen kann.

Dreigeschossiger Krankenhausbau steht schon

Ulrich Weller hat sich kürzlich in Dorsten zur Ruhe gesetzt und seine Praxisauflösung betrieben. Davon hat sein ghanaischer Amtskollege sehr profitiert. Und doch fehlen noch weitere Ausrüstungsgegenstände für das Krankenhaus. In Ghana gibt es keine medizinische Behandlung, ohne dass Patienten dafür zahlen. Wer nicht zahlen kann, wird nicht behandelt. Okaes Krankenhaus will das ändern: „Menschen, die sich eine Behandlung in Ghana leisten können, sollen die unentgeltliche Behandlung der Kinder im Krankenhaus finanzieren.“

Solidaritätsmedizin ist in Ghana unbekannt

Eine solche Solidaritätsmedizin gibt es in dem afrikanischen Land bislang nicht. Okae versucht mit seinem Projekt, das Undenkbare denkbar zu machen. Denn die wohlhabenden Ghanaer lassen sich aktuell gerne in Mumbai bzw. Südafrika behandeln. Auch für sie ist das 100-Betten-Haus eine gute Alternative, wo sie nicht nur gesund werden, sondern mit ihrem Aufenthalt ihren Beitrag für die armen Mitbürger leisten. Das vor dem Hintergrund, dass die Kindersterblichkeit für Kinder unter fünf Jahren in Ghana besonders hoch ist.

Kein Kind soll abgewiesen werden

„Kein Kind soll als Patient abgewiesen werden“ - 2020 plant Dr. Okae die Eröffnung der Ambulanz in seinem Krankenhaus. Er braucht aber weitere Sachspenden, wie Ulrich Weller weiß. „Bodenbeläge aus Vinyl oder Laminat sind nötig, außerdem müssen Schiffscontainer gesponsert werden, um die Gegenstände nach Afrika zu verschiffen.“ Ein Container kostet etwa 12.000 Euro. Viel Geld, das Ulrich Weller und weitere Unterstützer des ghanaischen Arztes durch Spendenaufrufe zusammenbekommen möchten. Wer Geld beisteuern möchte, kann sich hier näher informieren.

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