Karriere verspielt: der Apotheker (hinten links) im Bochumer Landgericht. © Jörn Hartwich (A)
Landgericht Bochum

Krankenkassen betrogen: Drei Jahre Haft für Ex-Apotheker

Ein ehemaliger Apotheker aus Dorsten wollte groß hinaus. Doch sein Weg führte ins Gefängnis.

Er verlor Geld bei China-Geschäften, betrog die Krankenkassen und betäubte sein offenbar schlechtes Gewissen mit Amphetamin und schweren Beruhigungsmitteln: Jetzt ist ein einst erfolgreicher Apotheker endgültig am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Der 52-Jährige muss ins Gefängnis.

Das Bochumer Landgericht hat den in Dorsten lebenden Angeklagten zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Ex-Apotheker hatte Rezepte für sündhaft teure Medikamente gefälscht und abgerechnet. Die auf den Rezepten aufgeführten Kunden und Ärzte waren völlig ahnungslos. Vor Gericht hatte der 52-Jährige erklärt, dass die Medikamente entweder gar nicht bestellt oder unter der Hand weiterverkauft worden sind.

Erpresst und bedroht?

Ob sich hinter den illegalen Machenschaften ein kriminelles Netzwerk befunden hat, ist nicht ganz klar. Nach Angaben des Angeklagten hat sich ein Mann aus Marl um die Abwicklung gekümmert. Von ihm sei nicht nur die Idee gekommen. Er habe ihn auch erpresst und bedroht, nachdem das erste Rezept gefälscht und abgerechnet worden sei.

Der Schaden für die Krankenkassen belief sich laut Anklage auf rund 600.000 Euro.

Der Dorstener hat im Zuge der Ermittlungen und des Strafverfahrens nicht nur seine Zulassung verloren, sondern auch seine Apotheke, die er in einer anderen Ruhrgebietsstadt betrieben hat.

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