Die Kosten für Taxifahrten zum Impfzentrum in Recklinghausen werden unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen erstattet. © dpa
Coronakrise

Krankenkassen zahlen manchen das Taxi zum Impfzentrum Recklinghausen

Wer gewisse Voraussetzungen erfüllt, bekommt das Taxi zum Impfzentrum in Recklinghausen bezahlt. Das macht auch der gebeutelten Taxi-Branche Hoffnung auf Einnahmen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Dorstener sich die Kosten für das Taxi zum Impfzentrum in Recklinghausen erstatten lassen. Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) in NRW hat angekündigt, einer Empfehlung des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV) zu entsprechen.

Demnach können sich Personen mit Pflegegrad 4 und 5 sowie mit Pflegegrad 3 (bei dauerhaft eingeschränkter Mobilität) die Fahrt zum Impfzentrum ebenso erstatten lassen wie Personen mit einem gültigen Schwerbehindertenausweis, der die Zeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (Blindheit) oder „H“ (Hilflosigkeit) enthält.

Bus, Bahn, Privatfahrzeuge von Regelung ausgenommen

Betroffene Personen brauchen eine entsprechende Bescheinigung von ihrem Hausarzt und müssen eine Zuzahlung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro Fahrt leisten. Es kann kleinere Abweichungen bei den Krankenkassen geben. Der GKV-Spitzenverband rät dazu, Einzelheiten im Vorfeld mit der Krankenkasse zu klären. Auch Fahrten mit einem (behindertengerechten) Mietwagen oder einem Krankentransportwagen können unter Umständen erstattet werden. Bus, Bahn und Privatfahrzeuge sind von der Regelung ausgenommen.

Die Regelung macht auch der gebeutelten Taxi-Branche Hoffnung, die seit Monaten unter der dünnen Auftragslage leidet. Wegen geschlossener Restaurants und Kneipen sind Nachtschichten mehr oder weniger komplett weggebrochen. Auch an Silvester, einem der umsatzstärksten Tage für die Branche, war zuletzt nichts los.

„Mehr Arbeit ist natürlich immer gut“, sagt Uwe Lietz, der bei dem Dorstener Taxiunternehmen Heethey in der Zentrale die Fahrten koordiniert. Er weist aber auch darauf hin, dass Taxibetriebe begrenzte Kapazitäten bei Fahrern und Fahrzeugen haben.

Taxi rechtzeitig bestellen

Tagsüber sind Taxis durchaus auch jetzt noch unterwegs. „Wir haben zum Beispiel viele Krebs- und Dialyse-Patienten, die wir regelmäßig fahren“, sagt Uwe Lietz. Die werden teilweise zu Kliniken in Münster oder Essen gebracht, da ist ein Fahrer schon mal ein paar Stunden gebunden.

Wer mit einem Taxi zum Impfzentrum fahren möchte, dem empfiehlt Uwe Lietz, sich rechtzeitig eins zu bestellen. „Am besten ruft man ein, zwei Tage vorher an. Dann lässt sich alles gut einkalkulieren.“

Derweil hat auch die Gemeinde Raesfeld gemeinsam mit der Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer einen Weg gefunden, ihre hilfsbedürftigen Hochbetagten beim Weg zum Impfzentrum zu unterstützen. Ein Borkener Verkehrsunternehmen befördert die Personen, die Kosten trägt größtenteils die Bürgerstiftung.

Dorsten und der Kreis Recklinghausen haben keine öffentlichen Hilfsangebote, die Stadt Dorsten berät am Telefon zum Thema. Die Telefonnummer gibt die Stadtverwaltung nicht öffentlich bekannt, sie steht im Impf-Anschreiben.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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