Kündigung: Was wird aus dem „Toom“-Gebäude in der Dorstener Altstadt?

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Einen neuen Eigentümer hat das „Toom“-Gebäude in der Dorstener Innenstadt seit Februar. Von den angekündigten Umbauplänen ist noch nichts zu sehen, stattdessen hat nun der Mieter gekündigt.

Dorsten

, 05.10.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „attraktives und zentrales Nahversorgungszentrum“ soll das Wohn- und Geschäftshaus am Recklinghäuser Tor in den nächsten zwei Jahren ausgebaut werden. Das sagte ein Sprecher des vor vier Jahren in Luxemburg gegründeten Mercureim-Fonds Anfang Februar, als der Kauf unter Dach und Fach war - mit dem Zusatz: „Gemeinsam mit Rewe.“

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Jetzt hat Rewe den Mietvertrag zum 31. Dezember 2021 gekündigt. „Die Verkaufsfläche passt nicht mehr zur Nachfrage“, bestätigte Unternehmenssprecher Thomas Bonrath auf Anfrage. „Wir werden nicht mehr ausreichend wahrgenommen.“

Kein Umzug in die Mercaden

Spekulationen, dass sich die Rewe-Gruppe mit ihrer Verbrauchermarktkette „Toom“ aus der Innenstadt zurückziehen könnte, gibt es schon seit Jahren. Das hatte die Firmenleitung in Köln stets dementiert, auch nach der Eröffnung von Kaufland in den Mercaden. Jetzt soll in 14 Monaten Schluss sein, die Mitarbeiter sind bereits informiert worden.

Einen Umzug in die Mercaden schloss der Rewe-Sprecher auch wegen Kaufland im Prinzip aus. „Zwei Vollsortimentler unter einem Dach - das ist für Rewe eher ungewöhnlich.“ Was der Mercureim-Fonds ab 2022 plant, ist unklar. Eine Anfrage blieb bislang unbeantwortet.

7500 qm Verkaufsfläche, zwölf Wohnungen, Tiergarage

Das Gebäude am Platz der Deutschen Einheit gilt als zukunftsweisend, obwohl es bereits über 20 Jahre alt ist. 7500 Quadratmeter Einzelhandelsflächen auf zwei Etagen hat es, dazu zwölf Wohnungen auf der Dachfläche mit jeweils mehr als 100 Quadratmetern und eine Tiefgarage mit über 200 Stellplätzen.

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„Was heute anscheinend neu erfunden wird, nämlich die Bebauung der Dachflächen von innerstädtischen Gewerbeobjekten als Wohnfläche, hat der ursprüngliche Projektentwickler bereits Ende der 1990er-Jahre exzellent umgesetzt“, hieß es vonseiten des Mercureim-Fonds im Februar.

Große Pläne, im Rathaus weiß man von nichts

„Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit Rewe das Objekt umfassend zu modernisieren und als attraktives und zentrales Nahversorgungszentrum auszubauen“, teilte Roland Schleider, Head of Asset Management der Gruppe, damals mit. „Wir möchten die Symbiose aus Lebensmittelversorger, Non-Food und Life-Style, wie beispielsweise Fitness, Gesundheit und komplementäre Gastronomie etablieren.“

Bislang ist davon noch nichts zu sehen. „An den Plänen wird bereits gearbeitet“, hieß es damals. Bei der Stadtspitze, das ergab eine Nachfrage im Rathaus, ist bislang aber noch nichts angekommen. Im Umwelt- und Planungsausschuss geht es am Dienstag (6. Oktober) im nicht-öffentlichen Teil zwar um ein Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt, „aber nicht um dieses Gebäude“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff.

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