Permanent am Telefon: Mitarbeiter von Hausarztpraxen sind gerade im Dauereinsatz. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Meinung

Lassen Sie Ihren Frust nicht an den Hausärzten aus!

Hausarztpraxen kriegen häufig den Frust der Patienten über die Impfbürokratie ab. Das ist ungerecht. Wer möchte schon mit den Mitarbeitern tauschen?

Möchten Sie mit den Angestellten einer Hausarztpraxis aktuell tauschen? Man könnte sich Schöneres vorstellen, als jeden Tag neben dem üblichen Arbeitsalltag Listen von potenziellen Impflingen abzutelefonieren. Dabei sind viele bereits geimpft, was aber wohl nur unzureichend an die Praxen weitergegeben wird. Dazu kommt ein Telefondienst nahezu rund um die Uhr, bei dem die Arzthelferinnen möglichst gelassen zum zehnten, zwanzigsten oder auch fünfzigsten Mal die gleiche Frage zu Astrazeneca, Zweitimpfung oder Terminen beantworten.

Von der eigentlichen Impfung fangen wir hier gar nicht erst an. Wenn aber etwas nicht so klappt, wie es die Patienten wollen, wer ist dann der erste Ansprechpartner und Ventil für die lange aufgestaute Wut? Richtig: das Praxispersonal.

Deshalb ein Appell an alle, die womöglich auch berechtigten Frust ob der Impfbürokratie schieben: Lassen Sie es nicht an denen aus, die an der letzten Stelle der Impfkette stehen. Die Hausärzte müssen im Zweifel ausbaden, was in Berlin oder Düsseldorf falsch läuft. Und: Warten Sie ab, bis Sie an der Reihe sind. Das werden wir nach mehr als einem Jahr Pandemie auch noch schaffen.

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