Elif Cakir (l., Einrichtungsleitung) und Pflegedienstleitung Cornelia Rosenthal von der Senioren-Residenz Bellini müssen sich noch gedulden, bis in ihrer Einrichtung geimpft werden kann. Der fürs Wochenende angesetzte © Guido Bludau
Coronavirus

Letztes Dorstener Altenheim ohne Corona-Impfung: „Anspannung zieht sich hin“

Nicht nur im Krankenhaus geht das Warten auf den Impfstoff weiter. Die Bellini Senioren-Residenz ist das letzte Altenheim in Dorsten, in dem noch nicht geimpft wurde.

In zehn von elf Dorstener Alten- und Pflegeeinrichtungen wurde die erste von zwei Corona-Impfungen verabreicht. Am Sonntag wäre auch die Senioren-Residenz Bellini an der Reihe gewesen. Doch dann kam der Impfstopp.

„Wir hatten den Termin mit einer örtlichen Praxis vereinbart, die in der letzten Woche schon in drei Einrichtungen war“, sagt Elif Cakir, Leiterin der Senioren-Residenz Bellini. „Da war uns schon klar, dass wir weiter hinten stehen. Aber dass wir die letzten sind, haben wir nicht geahnt.“

Die Einrichtungen, in denen bereits mit dem Mittel von Biontech/Pfizer geimpft wurde, sollen trotz Engpass auch die obligatorische zweite Impfung erhalten. Im Dorstener Krankenhaus und in der Senioren-Residenz Bellini geht es frühestens im Februar los.

Impfbereitschaft seit Dezember stark gestiegen

Vorbereitet war jedenfalls alles. Am Montag hatte die Einrichtung noch mal Impfstoff nachgeordert, weil die Impfbereitschaft zuletzt stark gestiegen ist.

„Bei Bewohnern sind wir bei 90 Prozent und bei den Mitarbeitern bei über 70 Prozent“, sagt Elif Cakir. Im Dezember sah das noch anders aus. Da hatten Mitarbeiter noch vermehrt Ängste, die man durch viele Gespräche und die richtigen Informationen aber weitgehend ausräumen konnte.

Für den großen Impf-Tag hatte die Einrichtung extra Personal aktiviert. Mitarbeiter seien sofort bereit gewesen, an ihrem freien Tag zu kommen oder ihren Urlaub zu unterbrechen, um beim organisatorischen Ablauf zu helfen und den Bewohnern bei der Impfung die Hand zu halten, damit ein vertrautes Gesicht dabei ist, erzählt Elif Cakir.

Rückversichert bei der Arztpraxis

Auch habe man sich zuletzt noch einmal bei der Arztpraxis rückversichert, ob man denn wirklich startklar sei und alles richtig vorbereitet habe. „Wir sind gut aufgestellt, hat man uns gesagt“, so Elif Cakir. „Das war für uns schon mal eine große Erleichterung.“

Seit Beginn der Pandemie habe es keinen Coronafall in der Einrichtung gegeben, sagt Elif Cakir. Dafür tue man auch einiges. Seit der Impftermin bekannt war, wurden Bewohner und Mitarbeiter noch einmal besonders sensibilisiert. Sie sollten verstärkt auf sich achten, damit niemand kurz vor der geplanten Impfung eine schwere Erkältung oder die Grippe bekomme.

„Das sorgt alles für Anspannung, die sich nun noch länger hinzieht“, sagt Elif Cakir. „Leider kriegt man von verschiedenen Seiten immer nur einzelne Brocken an Informationen zugeworfen.“ Das sei leider das täglich Brot der Corona-Pandemie.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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