Mal eben in die Innenstadt: Was ist schneller? Rad oder Auto?

hzRadverkehrs-Test

Was ist auf kurzen Alltagsstrecken in Dorsten schneller: Das Auto oder das Rad? Diesen Test haben jetzt Mitglieder der Klimainitiative Dorsten gemacht - mit interessanten Ergebnissen.

Dorsten

, 25.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Anstoß für die Aktion gab die Serie „Ampel-Check“ in unserer Zeitung. In einem Teil der Serie gab Stadtsprecher Ludger Böhne nämlich den Rat an „Hervester, Holsterhausener und Menschen aus der Hardt und aus der Feldmark, die in Richtung Stadt möchten, einfach mal das Rad zu nutzen“.

Im Umkreis von vier Kilometern

„Wir wollten wissen, wie einfach einfach ist“, sagt Bärbel Pötsch. Sie gehört der Gruppe von an Verkehrspolitik in Dorsten interessierte Bürgern an. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern hat sie mit ihrem Mann Tobias jeweils einen Weg aus den genannten Stadtteilen in Richtung Innenstadt befahren und dabei die benötigte Zeit und Distanz festgehalten.

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„Statistisch gesehen müssten sich zwei Drittel der Dorstener angesprochen fühlen, weil sie in einem Umkreis von vier Kilometern zur Innenstadt wohnen“, sagt Tobias Pötsch.

Hier sind die Ergebnisse der Touren:

Ab Dorf Holsterhausen

Dorf Holsterhausen in die Innenstadt: Gestartet wurde unweit der St.-Antonius-Kirche. Mit dem Rad ging es über die RVR-Trasse via Maria Lindenhof in die Innenstadt.

Diese vier Strecken innerhalb eines Vier-Kilometer-Radius um die Dorstener City sind Tester abgeradelt

Diese vier Strecken innerhalb eines Vier-Kilometer-Radius um die Dorstener City sind Tester abgeradelt © Grafik: Pötsch

Genutzt wurde ein E-Bike (Schnitt: 20 km/h), das Team war nach 12 Minuten am Ziel. Die schnellste Fahrtdauer mit dem Auto über das normale Straßennetz hätte laut Google-Plan sechs bis neun Minuten gedauert.

Ab Dorf Hervest

Dorf Hervest in die Innenstadt: Beginn der Radtour an der Ecke Dorfstraße/Glück-Auf-Straße, dann fast immer entlang der Lippe. Mit einem normalen Rad (Durchschnitt: 16 km/h) war das Test-Team in 19 Minuten am Ziel, mit dem Auto wäre es je nach Ampelschaltung und Verkehrsaufkommen in acht bis 14 Minuten am Ziel gewesen.

Ab Östrich/Hardt

Hardt/Östrich in die Innenstadt: Beginn der Radtour bei „Schult im Anker“, dann entlang des Kanals. Genutzt wurde ein E-Bike, das im Schnitt 22 km/h schnell war. Dauer der Fahrt: fünf Minuten, genauso lang hätte es mit dem Auto im Straßenverkehr gedauert.

Ab Feldmark

Feldmark in die Innenstadt: Hier wurde die Feldmark 1 als Ausgangspunkt gewählt. Und zwar vom Leharweg mitten im Wohngebiet „Stadtsfeld“ über den Bahnhof Dorsten in die Fußgängerzone. Dauer mit dem normalen Rad (Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 km/h): siebeneinhalb Minuten, mit dem Auto wären es fünf Minuten gewesen.

Steigungsarme und sichere Radweg gibt es vielerorts in Dorsten (hier Lippedamm/Hervestroute).

Steigungsarme und sichere Radweg gibt es vielerorts in Dorsten (hier Lippedamm/Hervestroute). © Privat

„Dies gemessenen Zeiten zeigen, dass eine entspannte Fahrt mit dem Rad nicht länger dauert als eine Fahrt mit dem Auto, wenn man dabei noch die Parkplatzsuche und den Rückweg zum Parkplatz hinzurechnet“, so das Ehepaar Pötsch: „Das Rad kann beim Einkaufen zentral in der Innenstadt abgestellt werden.“ Von den Parkgebühren eines Autos ganz zu schweigen.

Genügend Abstellplätze wichtig

„Wenn allerdings in der City nicht genügend Rad-Abstellplätze bereitstehen, entfällt dieser zeitliche Vorteil“, so Bärbel Pötsch. „Weiterhin ist das sichere Abstellen von teureren Rädern wie Pedelecs von großer Wichtigkeit.“ Beim Umbau der Fußgängerzone sei aber der Mangel an Abstellplätzen angegangen worden.

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Neben der Messung von Zeit und Distanz haben die Mitglieder der Mobilgruppe bei den Touren auch den Aspekt der subjektiven Sicherheit berücksichtigt. „Aufgrund der Tatsache, dass Kanal, Lippe und Bahntrasse autofrei sind, können viele potenzielle kritische Situationen vermieden werden, die an stark befahrenen Straßen entstehen können.“

Hinweise erwünscht

Natürlich wissen die Mitglieder der Gruppe, dass die Menschen im Alltagsverkehr häufig auch die Radwege entlang der Hauptstraßen und der Straßen in ihren Siedlungsgebieten nutzen müssen. „Es wäre für unsere Arbeit interessant zu wissen, wo es in Dorsten auf solchen Strecken problematische Abschnitte und Situationen gibt.“

Bärbel Pötsch und Heike Bolle von der Mobil-Gruppe der Klimainitiative,

Bärbel Pötsch und Heike Bolle von der Mobil-Gruppe der Klimainitiative, © Privat

Fazit der Tester: „Man kann komfortabel, schnell und sicher mit dem Rad die City erreichen. Man tut etwas für den Klimaschutz und nebenbei auch was für die eigene Gesundheit“, so die Pötschs.

Wer seine Erfahrungen zu den Alltags-Radwegen in Dorsten mitteilen, mit positiven oder auch negativen Beispielen, kann gerne eine Mail an die Dorstener Zeitung (redaktion@dorstenerzeitung) oder an die Klimainitiative Dorsten (klimainitiative-dorsten@posteo.de) senden.
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