Mercaden-Einbrecher legt Geständnis ab

hzLandgericht Essen

Er brauchte Geld für Drogen und für einen Umzug: Vor drei Jahren war ein 29-jähriger Dorstener immer wieder auf Diebestour. Vor Gericht geht es aber auch um die Rolle seiner Bekannten.

Dorsten/Essen

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Mercaden waren gerade erst eröffnet, da lockte die neue Einkaufswelt auch schon die ersten Einbrecher an. Im Juli 2016 ist ein inzwischen 29-jähriger Dorstener in eines der Büros eingestiegen. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Landgericht Essen.

Der Angeklagte war damals über ein Baugerüst geklettert, hatte dann ein Fenster eingeschlagen. Mit dabei war auch noch ein bisher unbekannter Komplize. Die Beute blieb allerdings überschaubar. Sie bestand aus einem Computermonitor und einem Modem. Glück für die Ermittler: Einer der Täter soll sich damals an der zerbrochenen Glasscheibe geschnitten haben, sodass Blutspuren zurückblieben.

Hausmeister hörte verdächtige Sägegeräusche

Der 29-Jährige war vom Amtsgericht Dorsten in einem ersten Prozess zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. In die Strafe waren allerdings gleich noch eine ganze Reihe anderer Beutezüge eingeflossen. Ein Tankstellen-Diebstahl mit Pfefferspray, ein versuchter Fahrraddiebstahl, ein Parfümklau am Westwall und ein Unfall auf der Klosterstraße, bei dem er ohne Führerschein unterwegs war.

Bei dem versuchten Fahrraddiebstahl an einer Schule in Bottrop war der 29-Jährige sogar auf frischer Tat ertappt worden. Der Hausmeister hatte verdächtige Sägegeräusche gehört - vom Aufsägen eines Schlosses.

Trotz seines Geständnisses will der Dorstener, der inzwischen nach Bottrop umgezogen ist, seine Strafe nicht akzeptieren. Er hat Berufung eingelegt. Deshalb wird die Straftaten-Serie vor dem Essener Landgericht nun noch einmal neu aufgerollt.

Mutmaßlicher Komplizin droht Gefängnis

Interessant ist dabei die Rolle seiner Bekannten, einer 27-jährigen Frau aus Bottrop. Sie soll bei einigen der Straftaten dabei gewesen sein. Zum Beispiel in der Tankstelle, wo sie sogar ein Schlagwerkzeug, das zum Nahkampf eingesetzt wird, dabeigehabt haben soll. Eine direkte Tatbeteiligung ist auf den Aufnahmen der Überwachungskamera zwar nicht zu sehen, die Staatsanwaltschaft geht trotzdem davon aus, dass das angeklagte Paar als Duo unterwegs war.

Bei der 27-Jährigen geht es deshalb auch gleich ums Ganze. Wegen ihrer Vorstrafen hatte das Dorstener Amtsgericht in ihrem Fall acht Monate Haft ohne Bewährung verhängt.

Ins Gefängnis will die 27-Jährige natürlich trotzdem nicht. Eine Kooperation mit den Berufungsrichtern hat sie allerdings auch abgelehnt. Auf Anraten ihres Verteidigers will sie in der Berufungsverhandlung zu den Vorwürfen schweigen.

Hintergrund der Straftaten soll eine langjährige Drogenabhängigkeit sein. Urteile Mitte Juli.

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