Mercaden sollen mehr Spielraum bei den Verkaufsflächen bekommen

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Das Mercaden-Management soll gegenüber möglichen Mietern für die Leerstände des Einkaufszentrums in Dorsten bald mehr Spielraum bei den Verkaufsflächen bekommen. Hier die Hintergründe.

Dorsten

, 14.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Mercaden-Centermanagement dürfte in Verhandlungen mit potenziellen Mietern und damit bei seiner Neubelebung des Einkaufszentrums künftig deutlich mehr Spielraum haben. Dafür stellte die Dorstener Politik in dieser Woche die Weichen.

Denn der Umwelt- und Planungsausschuss brachte am Dienstag in der Mehrzweckhalle von Altendorf-Ulfkotte eine Änderung des Bebauungsplans für den Bereich Lippetor/Westwall auf den Weg.

Flexiblere Verkaufsflächen

Dieser Vorentwurf, mit dem sich demnächst die Öffentlichkeit, die Behörden und sonstige Betroffene beschäftigen werden, sieht einen flexibleren Umgang mit den bisherigen Obergrenzen der Verkaufsflächen vor.

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Zwar bleibt die Gesamtverkaufsfläche des im Jahr 2016 eröffneten, aber inzwischen von einigem Leerstand gebeutelten Einkaufszentrum weiterhin auf 12.500 Quadratmeter begrenzt. Aber: Für einige Warengruppen soll die Gesamtgröße, die ein einzelnes Geschäft haben darf, erhöht werden.

Andere Flächenzuschnitte möglich

Heißt: Das Center-Management kann interessierten Ladenketten und Geschäftsinhabern bald ganz andere Flächen-Zuschnitte anbieten und hat mehr architektonische Möglichkeiten, indem es statt kleinerer Ladeneinheiten künftig auf dem Immobilienmarkt größere Flächen anbieten kann.

„Durch die beantragte Änderung des Bebauungsplanes wird es möglich, punktgenau Wünsche und Bedürfnisse der Verbraucher, aber auch der Entwicklung der Branchen anzupassen und zu entsprechen“, erklärt Helmut Koprian, Geschäftsführer der Koprian IQ, die das Centermanagement betreibt.

Neue Obergrenzen

Im Bereich „Nahrung und Genussmittel“ soll künftig eine Obergrenze von 6000 (bislang 4000) Quadratmeter gelten. Das könnte ein besseres Ansiedlungsargument gegenüber Supermärkten/Discountern sein.

Erhöht werden auch die bisherigen Höchstsätze bei Gesundheit/Körperpflege (von 1130 auf 1600 qm), Bücher/Schreib- und Spielwaren (800 auf 1300 qm), Bekleidung (4600 auf 6100 qm), Schuhe/Lederwaren (100 auf 1500 qm), Sportartikel (300 auf 1050 qm) sowie Elektrowaren/Medien/Foto (1800 auf 2300 qm).

Bis August 2020 soll der Brunnen in den Mercaden errichtet sein.

Bis August 2020 soll der Brunnen in den Mercaden errichtet sein. © Koprian IQ

Gegenüber unserer Redaktion zählt Helmut Koprian auf, in welchen Branchen in Dorsten unter anderem noch Bedarf besteht (und die dementsprechend für die Mercaden infrage kommen könnten): „Kleinkaufhaus, Jeanshouse, Bio-Supermarkt, Lebensmittel-Discounter, Hartwaren-Discounter, Fachgeschäfte für Sneaker, junge Mode, Herrenbekleidung, Baby-Kinderbekleidung“ und auch in Sachen Gastronomie sieht er Entwicklungsmöglichkeiten.

Analyse des Planungsbüros

Neben der Anpassung der Sortimente sind keine Änderungen der bisherigen Nutzungen vorgesehen. Das Planungsbüro Dr. Jansen, das für die Stadt das aktuelle Einzelhandelskonzept erstellte hatte, war mit einer Wirkungsanalyse der geplanten neuen Obergrenzen beauftragt worden.

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In seiner Stellungnahme erklärt das Büro, die Änderungen seien mit den Interessen der Versorgungsbereiche in anderen Teilen der Innenstadt, der Stadtteile und den umliegenden Kommunen vereinbar.

Auch die Politik erklärte sich einverstanden. Lediglich Rüdiger Bente (FDP) wollte die Entscheidung vertagen lassen. „Denn durch die Coronakrise wird es nicht wenige Verwerfungen geben, anschließend wird der Einzelhandel ganz anders aussehen.“

Keine Zeit verschenken

Doch die Stadtverwaltung und die anderen Parteien sahen dies genau andersherum. Tenor: Wenn der Handel und damit auch die Mercaden wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssten frühzeitig die Weichen gestellt werden. „Ansonsten würden wir nötige Zeit verschenken“, hieß es.

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