Fast 1000 Einsätze: Michael Martin ist der „einzig wahre Weihnachtsmann“

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Seinen Jahresurlaub spart sich Michael Martin stets für den Dezember auf. Dann tourt er als der „einzig wahre Weihnachtsmann“ durchs Land. Seine Weihnachtsmann-Karriere begann in Dorsten.

Dorsten

, 24.12.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das charakteristische „Hohoho“ muss aus dem Bauch kommen, sagt Michael Martin. Vier Jahre habe es gedauert, bis er den Ruf perfektioniert habe. Schon dieses Detail zeigt, wie ernst der 54-Jährige seinen Job als professioneller Weihnachtsmann nimmt.

Das Wichtigste ist der Glaube: „Wenn man der Meinung ist, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, kann man ihn auch nicht richtig verkörpern“, sagt Martin. Mitte der 90er-Jahre hat alles angefangen. Richtig Fahrt nahm alles auf, nachdem zu Beginn der Nullerjahre überregionale Medien auf ihn aufmerksam wurden.

ZDF, Sat.1 und mehrere Zeitungen berichteten über den Weihnachtsmann Michael Martin, der damals in der Lippestadt lebte. „Ich habe fast acht Jahre in Dorsten gewohnt“, so Martin. „Da hat’s praktisch angefangen.“ Die URL seiner Homepage lautet bis heute www.weihnachtsmann-dorsten.de, aber als Weihnachtsmann wird Martin inzwischen in ganz Deutschland und auch in den Niederlanden gebucht.

Fast 1000 Einsätze: Michael Martin ist der „einzig wahre Weihnachtsmann“

Kinder freuen sich, wenn sie den Weihnachtsmann treffen. Für Michael Martin ist das Antrieb genug, jedes Jahr seinen Jahresurlaub im Dezember zu nehmen, um als Weihnachtsmann durchs Land zu touren. © Robert Wojtasik

Auf fast 1000 Einsätze kommt er mittlerweile. Er besucht Betriebsfeiern, Seniorenheime, Einkaufscenter und private Veranstaltungen. Gerne buchen auch Familien den Weihnachtsmann für einen Besuch daheim. Gerade der Kontakt mit Kindern erfordere viel Fingerspitzengefühl, sagt Martin.

„Ich bin kein Erzieher!“

Da kommen schon mal Anfragen, in denen darum gebeten wird, dass Knecht Ruprecht mal ordentlich auf den Tisch haut. „Ich kann die Kids aber nicht erst loben und beschenken und anschließend tadeln“, betont Martin. „Ich bin kein Erzieher!“ Die Rute kommt deshalb eigentlich nur scherzhaft bei Betriebsfeiern zum Einsatz.

Denn der Weihnachtsmann will die Leute ja glücklich machen. „Und den Mythos erhalten“, sagt Martin. Dafür nimmt der Angestellte einer Sicherheitsfirma gerne jeden Dezember seinen Jahresurlaub und mutet sich durchaus einiges zu.

Teilweise über 50 Grad im Kostüm

Sechs hochwertige Kostüme besitzt er, die gepflegt und gereinigt werden müssen und in denen es auch mal über 50 Grad warm wird. Dazu die ganzen Geschenke, bei denen Martin finanziell in Vorlage geht und die verpackt werden müssen. Als es kürzlich Pralinen im Angebot gab, hat er gleich mal 50 Packungen auf einmal gekauft. Entsprechend chaotisch sehe es zeitweise in seiner Marler Wohnung aus, wenn sich dort Kostüme, Weihnachtsdeko, Süßigkeiten und andere Geschenke stapeln.

Fast 1000 Einsätze: Michael Martin ist der „einzig wahre Weihnachtsmann“

Ein Aufsteller auf dem Dorstener Marktplatz und das Original © Robert Wojtasik

Wer es ernst meint als Weihnachtsmann, hält sich wie Michael Martin an den offiziellen Kodex. Der legt unter anderem fest, dass der Weihnachtsmann alle Menschen gern haben soll und auf weltliche Dinge wie Uhren und Handys verzichtet. Alkohol, Zigaretten und Flüche sind ebenfalls tabu.

Michael Martin verzichtet noch auf einiges mehr, um die Menschen als Weihnachtsmann glücklich zu machen. Selbst Weihnachten gefeiert hat der Single seit Jahren nicht. 2012 wurden es so viele Termine, dass er aufhören wollte. „Das sage ich eigentlich jedes Jahr. Aber es ist eben eine Leidenschaft und kein Beruf, sondern eine Berufung.“ Andere würden in den Urlaub fahren, er nehme sich die Zeit eben im Dezember, „um den Mythos Weihnachtsmann zu verkörpern, weil es mir Spaß macht“.

Die unzähligen fröhlichen Reaktionen der Menschen sind für ihn Antrieb genug. „Wenn ich als Weihnachtsmann den Leuten zuwinke, habe ich noch niemanden erlebt, der an mir vorbei geht und nicht lächelt. Es ist doch das Schönste auf der Welt, wenn Kinder auf einen zugerannt kommen und sich freuen.“

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