Die marode Lippebrücke in Hervest soll übergangsweise mit einer „Behelfsbrücke aus einem Stück“ umgerüstet werden. © Guido Bludau (A)
Baustelle

Millionen Euro teure Übergangslösung für marode Lippebrücke in Dorsten

Eine wichtige Straßenbrücke über die Lippe in Dorsten soll in ein paar Jahren neu gebaut werden. Jetzt ist sie aber so marode, dass bis dahin eine Behelfslösung her muss. Und die ist teuer.

Dass Brücken saniert oder neu gebaut werden müssen – das beschäftigt Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger in Dorsten immer mal wieder und wird auch künftig auf sie zukommen. Denn viele dieser Bauwerke sind inzwischen in die Jahre gekommen.

Das gilt auch für eine „Problembrücke“, die in ein paar Jahren durch einen Neubau ersetzt werden soll. Doch vorher muss für sie noch eine Menge Geld in die Hand genommen werden – weil sich ihr ohnehin schon maroder Zustand noch weiter verschlechtert hat.

Einstimmiger Beschluss

Es handelt sich um die Lippebrücke an der Buerer Straße (K 32) zwischen Dorf Hervest und Marl. Die Mitglieder des Kreisausschusses beschlossen in ihrer Sitzung am Montag (13. September) einstimmig und ohne Diskussionen, dass das Bauwerk einen „Überbau mit Behelfs-Brückenelementen“ bekommen soll – und zwar so lange, bis mit dem Bau der geplanten neuen Brücke in frühestens drei bis fünf Jahren begonnen wird. Die Kreisverwaltung rechnet als „konservative Schätzung“ für diese Übergangslösung mit einer Investition im einstelligen Millionenbereich.

Die K 32 führt mitten durch den Industriepark Dorsten/Marl, sie wird auch von Berufspendlern von und zum Chemiepark Marl benutzt. Allerdings ist die K 32-Brücke über die Lippe schon fast 100 Jahre alt. Im November 2018 bescheinigte ein Gutachten ihr schwerwiegende Mängel.

Der Kreis folgte dessen Handlungsempfehlungen, seitdem sorgt eine einspurige halbseitige Verkehrsführung mit Ampelschaltung für Entlastung. Zudem dürfen Lastwagen über 3,5 Tonnen sie nicht benutzen. Der Kreistag beschloss daraufhin im Jahr 2020 den Neubau für 15 Millionen Euro.

Schon jetzt kann die Lippebrücke nur einspurig befahren werden.
Schon jetzt kann die Lippebrücke nur einspurig befahren werden. © Guido Bludau (A) © Guido Bludau (A)

Wie die Kreisverwaltung in der Beschlussvorlage für den Kreisausschuss mitteilte, wurde die Brücke seitdem immer wieder „engmaschig überwacht“. Zuletzt gab es Ende Juli 2021 eine Prüfung, deren Hauptaussage lautet: „Der Zustand hat sich weiter verschlechtert, die Korrosion der Kragarme ist weiter vorangeschritten, hier besteht Handlungsbedarf.“

Komplett sperren will der Kreis die jetzige Brücke bis zum Neubau nicht, ein Austausch von einzelnen Stahlteilen biete auch keine Garantie, deswegen soll nun der vorhandene Überbau der Brücke abgenommen werden und an seine Stelle eine „Brücke in einem Stück“ mit konfektionierten Bauteilen über die Lippe gespannt werden. Auch diese wird wohl einen Fahrstreifen mit Ampelschaltung und schmale Geh- und Radwege bekommen.

„Überhitzter Markt“

Über weitere Bau- und Kostendetails kann der Kreis wegen der Kürze der Zeit noch nichts mitteilen. Derzeit recherchiert der Kreis Liefermöglichkeiten, spricht dabei von einem „überhitzten Markt“. Grund: Die Situation in den Hochwassergebieten trage zu einer Verknappung des Marktangebotes bei.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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