Millionenschwere Anbauten: Das sagt Kämmerer Hubert Große-Ruiken zur Finanzierung

Antonius- und Sekundarschule

Woher kommt das Geld für die Anbauten an Sekundar- und Antoniusschule? Kämmerer Hubert Große-Ruiken nimmt Stellung zur Finanzierung und dem Unterschied zwischen Wunsch und Notwendigkeit.

Dorsten

, 28.06.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Frage, ob für eine Sache ‚Geld da‘ ist, muss immer im Zusammenhang mit der Sache selbst beantwortet werden“, schreibt Hubert Große-Ruiken in Absprache mit Schuldezernentin Nina Laubenthal auf Nachfrage.

„Bei der Aufgabenerfüllung sind die Grundversorgung und die Standards getrennt zu sehen und auch miteinander abzuwägen. Bei der Albert-Schweitzer-Schule ging es nicht nur um die notwendige Grundversorgung an sich (diese ist nämlich bei der OGS durch Umbauten und durch eine Inanspruchnahme der ehemaligen Hausmeisterwohnung finanziell abgesichert worden), sondern auch um eine Ausweitung der Standards.

Die Schule hat für sich jedoch auch einen höheren Raumbedarf beansprucht, weil sie mehr Klassen bilden wollte/musste. Die Schule ist vom Raumbestand her zweizügig; die Anmeldungen liefen jedoch auf drei Züge hinaus; zur Sicherung der Zweizügigkeit und zur Vermeidung von Baumaßnahmen wurden deshalb Schüler zu anderen Schulen ‚umgeleitet‘.

Auswirkungen auf die Augustaschule

Eine Raumausweitung an der Albert-Schweitzer-Schule hätte jedoch Rückwirkungen auf die Augustaschule gehabt. Je mehr Schüler die Albert-Schweitzer-Schule aufnimmt, desto weniger Schüler verbleiben für die Augustaschule. An der Augustaschule hätten dann Klassenräume leer gestanden und es wären Überkapazitäten entstanden. Unter Umständen. könnte sogar der Bestand der Augustaschule gefährdet werden, wenn die Schüler zur Albert-Schweitzer-Schule abwandern.

Die Stadt muss sorgfältig darauf achten, dass alle Schulen gleiche Chancen haben und die Schulen entsprechend ihrem Raumangebot auch ausgelastet werden. Sie muss also die Schülerströme entsprechend dem Raumbestand steuern. Räumliche Überkapazitäten kann sich die Stadt finanziell nicht erlauben. Dass diese Haltung der Stadt zu Konflikten mit einzelnen Schulen führen kann, dürfte einleuchten.

Die Ausweitung von Standards ist eine freiwillige Angelegenheit (durchaus vermeidbar), bei der man sehr wohl prüfen muss, ob dafür Geld vorhanden ist. Neue Standards lösen nämlich Folgeeffekte an anderen Schulen aus, die dann ebenfalls die höheren Standards für sich reklamieren.

Schüler können nicht umdirigiert werden

Bei der Neuen Schule geht es im Gegensatz zu den Grundschulen um die Grundversorgung. Die Zahl der Klassenräume reicht nicht aus. In der Sekundarstufe I können die Schüler jedoch nicht „umdirigiert“ werden. Zudem sind Petrinum, Gesamtschule und St. Ursula auch räumlich „voll“. Man könnte nun auf die Idee kommen, den Schulstandort Marler Straße als Zweigstelle der Neuen Schule zu etablieren. Dies hat jedoch so viele organisatorische und pädagogische Nachteile, dass dies nicht durchführbar ist.

Das ist Pflichtaufgabe, um die die Stadt nicht umhinkommt. Die Beträge müssen dann durch den städtischen Haushalt aufgebracht werden, egal wie.

Bei der Antoniusschule ist es ähnlich. Wir haben, bevor die Vorlage erstellt wurde, lange überlegt, ob wir die Baumaßnahme vermeiden können und ob wir Gefahr laufen, neue Standards zu setzen (mit den oben beschriebenen Auswirkungen). Der Raumbestand an der Antoniusschule/und der Bonifatiusschule ist durch die hohe Schülerzahl jedoch voll ausgelastet, sodass wir hier um den Bau der Mensa nicht herumkommen. Die Schulleitung hat im Übrigen einen wesentlich höheren Raumbedarf geltend gemacht, als wir der Schule zubilligen. Diesen können wir nicht befriedigen, weil wir dann in Konflikt mit den Standards an den anderen Schulen kommen.

Wunsch und Notwendigkeit sind eben zwei unterschiedliche Paar Schuhe; für Notwendigkeit hat Geld da zu sein; für Wunsch aber nicht unbedingt.“

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