Millionenschwere Sanierung von marodem Hochhaus am Berufskolleg für 2020 geplant

hzPaul-Spiegel-Berufskolleg

Das fast 50 Jahre alte Hochhaus am Paul-Spiegel-Berufskolleg soll im nächsten Jahr aufwendig saniert werden. Die Mängelliste des schadstoffbelasteten Gebäudes ist lang.

Dorsten

, 07.09.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das im Jahr 1972 errichtete Hochhaus am Paul-Spiegel-Berufskolleg ist nach bald 50 Jahren Nutzungsdauer in einem nahezu unveränderten Zustand. Über die Jahre hat sich ein hoher Sanierungsbedarf ergeben. Der Kreistag hatte im Vorjahr beschlossen, ein Sanierungskonzept erstellen zu lassen. Das liegt nun vor und zeigt, wie marode das Gebäude inzwischen ist.

Demnach muss das 7-geschossige Schulgebäude sowohl baulich als auch technisch grundlegend erneuert werden. Um die Unterrichtsbedingungen zu verbessern, ist unter anderem vorgesehen, die Klassenräume mit dezentralen Geräten zur Be- und Entlüftung auszustatten.

Eine Untersuchung des Baugrunds hat ergeben, dass besondere Anforderungen bei der Abdichtung gegen Grundwasser bestehen. Weil das Bestandsgebäude für diese Anforderungen nicht ausgelegt ist und eine nachträgliche Abdichtung nahezu unmöglich ist, sollen die Außenwände einschließlich der Bodenplatte zusätzlich mit Bitumen abgedichtet werden.

Wasserschäden durch undichtes Dach

Aber auch von oben droht das Wasser sich zunehmend seinen Weg zu bahnen. In der Vergangenheit war es aufgrund des undichten Dachs schon zu Wasserschäden gekommen. Ein Gutachter empfiehlt außerdem, die inzwischen nur noch wenig stabile Fassade inklusive der mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) belasteten Fugenversiegelung vollständig abzureißen und zu erneuern.

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Die Fenster befinden sich bis auf wenige Ausnahmen noch im Ursprungszustand. Sie sind zum Teil kaputt, instabil und undicht, was ebenfalls zu Schäden durch eindringende Feuchtigkeit geführt hat. Auch aus energetischer Sicht sind die Fenster ein Sanierungsfall. Aktuell kommt es in dem Gebäude zu einem bis zu dreimal so hohen Wärmeverlust gegenüber dem aktuellen Standard.

Der Aufzug innerhalb des Gebäudes ist nicht barrierefrei und soll durch einen neuen, außen liegenden ersetzt werden. Durch den alten Schacht sollen Elektroleitungen gelegt werden. Denn auch die gesamte elektrotechnische Infrastruktur muss erneuert werden.

Lüftungskanäle sind mit Asbest belastet

Weil das wiederum umfangreiche Leitungsverlegungen erfordert und auch eine Erneuerung der Beleuchtung vorgesehen ist, sollen auch gleich sämtliche Decken in dem Gebäude ausgetauscht werden. In diesem Zusamenhang werden dann auch die mit Asbest belasteten Lüftungskanäle in den Deckenzwischenräumen entfernt.

Die Lüftungsanlagen werden mit Wärmetauschern ausgestattet, um Wärme zurückzugewinnen. Auch die sanitären Anlagen werden erneuert.

Nach derzeitigem Stand soll in den Sommerferien 2020 mit der Sanierung begonnen werden. Die Baumaßnahme soll eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Für die Sanierung inklusive Honorar für die Fachplaner nimmt der Kreis rund 8,3 Millionen Euro in die Hand.

Derzeit wird noch nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten für sechs Klassenräume und zwei Küchen gesucht, wie Kreissprecher Jochem Manz mitteilte. Insgesamt besuchen rund 1500 Schüler das Berufskolleg.

Die Entscheidung über eine Sanierung nach dem vorliegenden Konzept fällt noch in diesem Monat. Zunächst berät am kommenden Dienstag der Ausschuss für Landschaftsplanung, Umweltfragen und Bauangelegenheiten darüber. Zwei Tage später kommt das Thema im Kreisbildungsausschuss auf den Tisch, ehe am 16. September der Kreissausschuss und abschließend am 23. September der Kreistag berät.

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