In diesem Saal des Essener Landgerichts musste der Dorstener am Donnerstag auf der Angeklagebank Platz nehmen. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Missbrauch eines Mädchens bei der Gartenarbeit – Angeklagter bestreitet

Ein heute zehnjähriges Mädchen aus Dorsten erzählt seiner Mutter, dass ein Bekannter des Vaters sie angefasst hat. Jetzt steht der Mann vor Gericht – und bestreitet.

Die Mutter des Mädchens hatte keine Sekunde gezögert. Die Dorstenerin war unterwegs, als plötzlich ihr Handy klingelte. Am anderen Ende war ihre damals noch achtjährige Tochter. Was sie erzählte, muss ein Riesenschock gewesen sein. Ein Bekannter ihres Mannes soll sich im Garten an dem Mädchen vergangen haben. „Ich habe noch aus dem Auto heraus die Polizei angerufen“, erzählte die Mutter den Richtern am Essener Landgericht.

Dort wird dem mutmaßlichen Täter seit Donnerstag der Prozess gemacht. Der Angeklagte ist 24 Jahre alt und hatte dem Vater des Kindes in Dorsten-Holsterhausen bei der Gartenarbeit geholfen.

Übergriff mit Arbeitshandschuhen?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die damals Achtjährige hinter das Haus gelockt und sie im Genitalbereich begrabscht hat – mit Arbeitshandschuhen.

Genau das hatte das Mädchen damals sofort erzählt, weshalb die Polizei den 24-Jährigen mit Handschuhen an den Händen abführte. „Mit wurden Handschellen angelegt, dann hat man mir einen Briefumschlag über die Hände gezogen“, so der Angeklagte. Offenbar, um keine Spuren zu vernichten.

Wie es heißt, wurden später tatsächlich DNA-Spuren des Mädchens an den Handschuhen gefunden. Außerdem klagte die Schülerin über Schmerzen im Intimbereich.

Belastende DNA-Spuren

Auch seine Hose soll der Angeklagte damals geöffnet haben. Was er allerdings genauso bestreitet, wie den mutmaßlichen sexuellen Übergriff. „Ich habe das Mädchen nicht angefasst“, sagte er den Richtern.

Wie die DNA-Spuren an seine Handschuhe gekommen sind? Er habe sie nicht immer getragen, sagte er den Richtern. Als er einen Swimmingpool reinigen sollte, habe er sie zum Beispiel längere Zeit abgelegt. Darüberhinaus gibt es nach Angaben seines Verteidigers Michael Schwankl durchaus weitere Möglichkeiten – ohne sexuelle Komponente.

Mädchen noch nicht vernommen

Den Vater des Mädchens hatte der 24-Jährige durch Zufall kennengelernt. „Sein Haus lag auf dem Weg zu meiner Fitnessstrecke“, sagte er den Richtern. „Da bin ich oft vorbeigekommen.” Irgendwann sei er dann gefragt worden, ob er nicht etwas im Garten helfen wolle. Dieses Angebot habe er gerne angenommen. Das war Ende 2019.

Wie die Richter am Essener Landgericht den Fall sehen, bleibt abzuwarten. Die Zehnjährige soll erst Ende des Monats als Zeugin vernommen werden.

Insgesamt hat die 24. Strafkammer noch drei Verhandlungstage bis Anfang Juli vorgesehen. Der Angeklagte war nach der Festnahme zwei Wochen in Untersuchungshaft. Seit der Entlassung befindet er sich auf freiem Fuß. Die Anklage lautet auf sexuellen Kindesmissbrauch.

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Gerichtsreporter

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