Mit gestohlenem Handy Schulden beglichen

21.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Dorsten Es wurde den beiden jungen Männern ganz schön leicht gemacht, gleich mehrere Handy-Verträge in einem Mobilfunk-Shop in der Dorstener Innenstadt abzuschließen.

Betrug begangen

Wegen gemeinschaftlichen Betruges standen ein 19-jähriger Hartz IV-Empfänger und ein 20-jähriger Umschüler gestern vor dem Jugendschöffengericht. Im Januar hatten sie einen Partner-Vertrag über zwei Handys, tags darauf noch einen Einzelvertrag abgeschlossen. "Die Karten haben wir vernichtet", so der 20-Jährige, der mit dem Verkauf der 400 Euro teuren Geräte seine Schulden begleichen wollte. Für 200 Euro verschacherte er ein Telefon, ein zweites verlor er jedoch am Kanal. Und auch sein 19-jähriger Kompagnon, der bei dem 20-Jährigen in der Kreide stand, konnte nicht allzu viel Gewinn aus dem Deal schlagen. Denn sein Vater fand den Vertrag mit der Telekom im Briefkasten, vermutetete, dass da etwas nicht ganz koscher sein konnte, informierte die Polizei und schickte das dritte Handy an den Handy-Anbieter retour. "Ihnen muss doch klar gewesen sein, dass etwas nicht stimmen kann, wenn zwei so junge Leute an zwei Tagen hintereinander Handyverträge ordern?", meinte Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Pollender z um Mobilfunk-Shop-Verkäufer. "Ich lebe von den Provisionen", entgegnete der Kaufmann. Zudem habe die Schufa-Prüfung keine Beanstandungen ergeben, außerdem seien beide Kunden volljährig gewesen.

"Pillepalle"

Da der 19-jährige Angeklagte ein unbeschriebenes Blatt war, kam er mit einer Verwarnung und 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Der 20-Jährige hatte mehr auf dem Kerbholz und wurde zu einer halbjährigen Bewährungs-Jugendstrafe verurteilt. Als "Pillepalle" hatte dieser zuvor seine Tat bezeichnet, was Richterin Lisa Hinkers ganz anders sah: "Leute wie Sie verursachen einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden." MK

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