Mutmacher: Immer mehr Familien in Dorsten setzen kleine und bunte Zeichen gegen die Krise

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Regenbogenbilder, Dankeschön-Aktionen, bunte Solidaritäts-Botschaften: Wie Dorstener Kinder und ihre Familien überall in der Stadt kleine kreative Zeichen gegen die Coronavirus-Krise setzen.

Dorsten

, 27.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein rotes Herzchen hängt am Gitter, eine Schmunzelstein-Geschichte flattert - in eine DIN-A4-Hülle verpackt - fröhlich im Wind. Daneben hat jemand einen grünen Kermit-Frosch aufgehängt. Wer will, kann hier auch nette Liebesbotschaften mit nach Hause nehmen oder sich an der „Glücknachfüllstation“ bedienen.

Viele gute Wünsche

Keine Frage: Die Schölzbachbrücke in Verlängerung des Brucknerwegs im Dorstener Stadtteil Feldmark ist zu einem „Verkündungsort“ der guten Wünsche in Zeiten der Corona-Krise geworden.

Eine schöne Idee hat hier viele Nachnahmer gefunden. Auch Fabian Kuntze, ein kleiner Junge aus dem Wohngebiet Stadtsfeld, hat sich mit einer netten Durchhalteparole und einem farbigen Bildchen hier verewigt.

Wir halten zusammen“

„Hier an der Bank wird es jeden Tag immer bunter und voller“, sagt Claudia Kuntze, die jeden Tag beim Frische-Luft-Tanken mit Sohn Fabian hier vorbeikommt.

„Wir schaffen das“, „Wir halten zusammen“, „Alles wird gut“ und dazu ein paar religiöse Gedanken: Immer häufiger finden sich solche öffentlichen und auch privaten „Mutmacher“-Symbole in Dorsten.

Da gibt es vor allem Dankeschön-Parolen an diejenigen, die das Leben im Land am Laufen halten - auf Plakate oder einfach auf die Straße oder den Bordstein gemalt. Es gibt aber - wie an der Schölzbach-Brücke - auch viele andere kreative Ideen, um den Mitmenschen eine kleine Freude zu bereiten.

Der sechsjährige Lenn von der Hardt hat sich - wie so viele Dorstener Kinder - an der Regenbogenaktion beteiligt und sein Bild dann ins Fenster gehängt.

Der sechsjährige Lenn von der Hardt hat sich - wie so viele Dorstener Kinder - an der Regenbogenaktion beteiligt und sein Bild dann ins Fenster gehängt. © Privat

Besonders die Kinder tun sich dabei hervor. Wie der erwähnte Fabian aus dem Stadtsfeld. Oder Lenn, der auf der Hardt wohnt. Der Sechsjährige hat sich - wie so viele andere Dorstener Kinder - an der Regenbogen-Malaktion beteiligt, die derzeit im Internet in den Sozialen Netzwerken kursiert .

Um etwas Farbe in die Corona-Tristesse zu bringen, malen die Kleinen bunte Regenbogen auf die Fensterscheiben, meist mit dem Schriftzug „Wir bleiben zuhause“ ergänzt.

Bild ins Fenster gehängt

Auch Lenn hat sein fertiges Bild ans Fenster gehängt, wo es andere Kinder beim Spaziergang sehen und bewundern können. „Und die wissen dann, dass auch viele andere Kinder zu Hause bleiben müssen, dass sie also nicht die einzigen sind“, sagt die Mutter von Lenn. „In der Nachbarschaft hat ein Kind sogar einen schönen Regenbogen auf das Pflaster gemalt.“

Die Kinder des St. Bonifatius-Kindergarten am Lipping legen selbst bemalte Steine vor das Gebäude.

Die Kinder des St.-Bonifatius-Kindergartens am Lipping legen selbst bemalte Steine vor das Gebäude. © Michael Klein

Wie Lenn von der Hardt müssen auch viele kleine Kinder in Holsterhausen zu Hause bleiben. Ihr St.-Bonifatius-Kindergarten ist nämlich geschlossen. Deswegen hatten die Erzieherinnen einen guten Einfall.

Die Kinder dürfen zu Hause große Steine bemalen und sie anschließend vor den Kindergarten legen. Aber schön einzeln und mit Abstand, nur mit Mama und Papa an der Hand.

Auch Kita in Wulfen dabei

Das dient der Beschäftigung und dem Kampf gegen die Langeweile, ist aber auch ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit, da die Kleinen sich alle auf unbestimmte Zeit nicht sehen. Eine Anregung, die inzwischen auch ein Kindergarten in Wulfen aufgegriffen hat.

Dutzende Dorstener Kinder - wie hier Aline - haben Dankesworte oder Durchhalteparolen aufs Straßenpflaster geschrieben und sich damit an der Bilderaktion von Bürgermeister Tobias Stockhoff beteiligt.

Dutzende Dorstener Kinder - wie hier Aline - haben Dankesworte oder Durchhalteparolen gemalt und sich damit an der Bilderaktion von Bürgermeister Tobias Stockhoff beteiligt. © Privat

Bürgermeister Tobias Stockhoff sammelt derzeit Bilder und Zeichnungen von Kindern (und Erwachsenen), die von zu Hause aus anderen Menschen Mut machen oder sich bei ihnen bedanken wollen.

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Er will sie zu kleinen Mini-Postern zusammenfassen und bei Facebook und Instagram teilen: „Mit diesen Bildern werden wir alle ein Teil dieser Gemeinschaft“, so der Bürgermeister. „Ich finde es toll, dass viele Menschen solche kleinen Zeichen senden.“

Bilder werden im Rathaus gezeigt

Die Bilder sollen zugleich auf einem Monitor im Foyer des Rathauses gezeigt werden. Das ist zwar in der Corona-Zeit für Publikumsverkehr gesperrt. Aber viele Mitarbeiter gehen hier täglich ihrer Arbeit nach und werden sich sicherlich ebenfalls freuen über einen netten Gruß von allen Menschen, die sich zu Hause am Kampf gegen Corona beteiligen.

  • Jeder, der ein Teil dieser Gemeinschaft werden möchte, kann selbst gemalte Bilder sowie Fotos von sich und/oder seiner Familie schicken an eine E-Mail-Adresse, die Bürgermeister Stockhoff nur dafür eingerichtet hat: daheim@dorsten.de .
  • Bitte nennen Sie dabei die Vornamen der Menschen, die gemalt haben oder fotografiert wurden. Mit der Einsendung wird das Einverständnis erklärt, dass die Bilder und die Vornamen in Sozialen Medien sowie auf dem Rathaus-Monitor veröffentlicht werden dürfen.
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