Mysteriöses Auto im Kanal war wahrscheinlich gestohlen

hzAuto-Bergung aus Kanal

Die Kripo Duisburg hat das rätselhafte Auto, das am Dienstag in Dorsten aus dem Kanal geborgen wurde, untersucht. Was die Ermittler fanden, spricht für ein lange zurückliegendes Verbrechen.

Dorsten

, 16.10.2019, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der mysteriöse Autofund vom Dienstag im Kanal nahe der Hardter Brücke beschäftigt inzwischen die Kripo in Duisburg. Am Mittwoch nahm ein Sachbearbeiter das Fundstück vor Ort in Dorsten in Augenschein. Gefunden und geborgen hatte das Auto die Dorstener Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

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Es handelt sich um einen Opel Corsa mit Recklinghäuser Kennzeichen und vermutlich dunkler Lackierung. Die genaue Farbe sei wegen des starken Muschelbewuchses nur noch zu erahnen, verrät Stefan Hausch, Pressesprecher der Polizei Duisburg. „Es war komplett überwuchert. Das spricht auf jeden Fall für eine sehr lange Liegezeit“, so Hausch. „Der Wagen hat zu vier Fünfteln im Schlamm gesteckt“, berichtet Bernd Koop vom Außenbezirk Dorsten des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamtws. „Deswegen haben wir es auch nicht gesehen.“

Rund ein Vierteljahrhundert dürfte der Wagen unbemerkt am Grund des Kanals gelegen haben, so die Vermutung der Ermittler. Denn die TÜV-Plakette des Kleinwagens war bereits 1995 abgelaufen. Auch Betriebsmittel waren bei der Bergung nicht ausgelaufen. „Total verbeult“ war das Fahrzeug, so Hausch. „Mutmaßlich durch Schiffsberührungen.“

Das Auto war kurzgeschlossen

Viel spricht dafür, dass das Auto gestohlen wurde. „Das Fahrzeug war eindeutig kurzgeschlossen“, berichtet Polizei-Sprecher Hausch. „Deshalb gehen wir davon aus, dass es unrechtmäßig entwendet worden ist.“

Aktuell ist der Wagen nicht zur Fahndung ausgeschrieben - oder nicht mehr.

Nun prüft die Polizei im historischen Bestand, ob es einmal gestohlen gemeldet war. Denn: „Solche Meldungen verschwinden irgendwann“, so Hausch.

Trotz des gut erhaltenen Recklinghäuser Kennzeichens lässt sich der letzte Fahrzeughalter nur schwer ermitteln. „Das geht nicht auf Knopfdruck“, erklärt Stefan Hausch. „Das ist ein altes Kennzeichen. Das ist auch beim Straßenverkehrsamt im Altbestand.“

Die Straftaten wären längst verjährt

Gar nicht so selten seien solche Funde, erklärt Hausch. Erst kürzlich habe es einen ähnlichen Uralt-Fund im Essener Baldeneysee gegeben. „Es sind aber absolute Zufallsfunde.“ Denn ohne einen konkreten Hinweis auf ein Verbrechen suche ja auch niemand. Schließlich seien es immer die gleichen Gelegenheiten, bei denen solche Autos gefunden würden. Bei Tauchübungen oder wie im Dorstener Fall bei Peilarbeiten.

Die Ermittlungen laufen vorerst weiter. Dabei gibt es gar keine Straftat mehr, die zu verfolgen wäre. „Der Diebstahl wäre verjährt, ein mögliches Umweltdelikt auch“, so der Polizei-Sprecher. „Demnach geht dann irgendwann der Aktendeckel zu.“ Das Auto wird demnächst verschrottet.

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