Die Kontaktbeschränkungen in den Seniorenzentren sind nach der Impfung schon gelockert worden. © picture alliance / dpa
Meinung

Nach den Alten sollten die Kleinen dran sein

Nach langer Leidenszeit kehrt in die Altersheime langsam wieder normales Leben zurück. Jetzt wird’s höchste Zeit, dass es auch für die Kleinen vorangeht. Dabei können wir alle helfen.

Die Altersheime machen es vor: Nach der Doppel-Impfung zieht in den Senioreneinrichtungen immer mehr Normalität ein. Das würden wir uns für Schulen und Kitas auch wünschen. Denn das eint die Generationen an beiden Enden der Bevölkerungsskala: Die sozialen und psychischen Folgen der Pandemie lassen sich für beide Gruppen noch nicht abschätzen.

Die Alten waren förmlich weggesperrt. Gab es Corona-Ausbrüche, mussten sie über Wochen Tag und Nacht in ihren Zimmern bleiben. Ihre Pflegerinnen und Pfleger hatten noch mehr zu tun als sonst schon, im Pandemie-Stress noch weniger Zeit als sonst. Auch für die wird‘s höchste Zeit, dass das Leben sich normalisiert.

„Ich würde lieber jetzt an Corona sterben, als noch lange unter diesen Umständen leben zu müssen“, vertraute mir eine befreundete 83-Jährige an, deren beginnende Demenzerkrankung sich durch die fehlenden Impulse und die Vereinsamung erschreckend beschleunigt hat. Sie wird die verlorene Zeit nicht nachholen können.

Das wird den Kindern hoffentlich gelingen, wenn ihr Leben irgendwann endlich auch mal wieder „normal“ ist. Diese Gesellschaft wird sich darauf einstellen müssen, dass die Mädchen und Jungen dafür womöglich mehr brauchen als Singen und Klatschen. Die Kleinen haben so viel geopfert für die vulnerablen Alten, jetzt sollten wir alles tun, damit sie ihr Leben so schnell wie möglich zurückkriegen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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