Der Bürgerpark Maria Lindenhof am 1. Mai zur Mittagszeit - menschenleer. © Guido Bludau
Maria Lindenhof

Nach Gewaltexzess: Bürgerpark-Besucher müssen sich auf was gefasst machen

Nachdem ein junges Pärchen im Bürgerpark heftige Prügel bezogen hat, ist das Maß voll. Ausschreitungen sollen verhindert werden. Wie, erklärten Polizei und Stadt auf unsere Nachfrage.

Nachdem ein junges Paar einer sechsköpfigen Schlägergruppe im Bürgerpark Maria Lindenhof zum Opfer gefallen ist, hat es kurzfristig ein Treffen zwischen Vertretern der Polizei, dem Bürgerparkverein, Ordnungsamt, Jugendamt und dem Gastronomie-Betreiber Schaukelbaum am Dienstag gegeben. Fazit: „Es werden sehr kurzfristig Kontrollen auch in den Abend- und Nachtstunden beginnen“, hieß es auf unsere Anfrage.

Bekanntermaßen ist der Bürgerpark ein beliebter Treffpunkt. Tagsüber sind dort viele Familien und Kinder sowie ältere Menschen unterwegs. Abends und nachts etliche Gruppen junger Leute, die sich zum Chillen, Grillen, Trinken treffen. Aber wo „viele Menschen gesellig zusammenkommen, kommt es auch immer wieder zu Konflikten und Auseinandersetzungen“, so Stadtsprecher Ludger Böhne.

Mutmaßlich war das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangene Woche der Fall, als eine unbekannte Gruppe von Jugendlichen außer sich geriet, weil angeblich eine Musikbox verschwunden war. „Die wurde aber mitten in der Schlägerei schon wiedergefunden“, sagte eine 21-Jährige. Trotzdem musste sie mit ihrem Freund die Prügel für den angeblichen Verlust einstecken.

Dass solche Ausschreitungen nicht hinnehmbar sind, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Auf die Frage, wie die Verwaltung die Lage im Bürgerpark beurteilt und welche Maßnahmen die Verwaltung überhaupt trifft, um Exzesse zu verhindern, entgegnete die Stadt, dass „das nächtliche Geschehen nicht erst seit dem Vorfall in der vergangenen Woche anders bewertet werden muss“.

Propper herausgeputzt präsentiert sich der Fußweg am Kanal unterhalb der Mercaden. Zwischen Hohenkampbrücke und Mercaden hat es im März drei Vorfälle mit gewalttätigen bzw. pöbelnden Mitmenschen gegeben.
Propper herausgeputzt präsentiert sich der Fußweg am Kanal unterhalb der Mercaden. Zwischen Hohenkampbrücke und Mercaden hat es im März drei Vorfälle mit gewalttätigen bzw. pöbelnden Mitmenschen gegeben. © Claudia Engel © Claudia Engel

Ausschreitungen habe es bislang nur auf der anderen Seite des Kanals in Höhe der Mercaden gegeben. Drei Vorfälle sind im Frühjahr bei der Polizei angezeigt worden. Anlass für die Polizei, in diesem Bereich öfter zu kontrollieren. Sprecher Andreas Wilming-Weber betonte, dass im Bürgerpark bislang erst ein Fall angezeigt worden sei: die Schlägerei vergangene Woche.

Facebook-User nennt Bürgerpark „Hotspot“

Ein Dorstener Facebook-User widerspricht. Er schrieb zu unserer Berichterstattung, dass der Bürgerpark „natürlich ein Hotspot für Eskalationen“ sei. „Es gibt mit Sicherheit Fälle, die nicht angezeigt worden sind. Es würde wirklich helfen, wenn die Polizei speziell nachts einfach mal dort vorbeifahren würde.“

Der Bürgerpark hat einen asphaltierten Rundweg erhalten.
Der Bürgerpark hat einen asphaltierten Rundweg erhalten. © Guido Bludau © Guido Bludau

Stadt und Polizei haben am Dienstag vereinbart, sehr kurzfristig abends und nachts zu kontrollieren, aber auch die Besucher persönlich ins Gebet zu nehmen. Eine Rundum-die-Uhr-Überwachung schließt der Polizeisprecher aber aus. „Wir können nicht gewährleisten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Präsenz im Bürgerpark zu zeigen“, so Wilming-Weber.

Regelverstöße werden mit Bußgeldern geahndet

Dass sich Senioren im angrenzenden Altenheim am Bürgerpark belästigt fühlen, insbesondere durch laute Musik, wollen die Ordnungshüter nach Möglichkeit abstellen. „Die Regeln müssen eingehalten werden.“ Schilder und Handzettel für die Parkbenutzer würden gerade hergestellt. Wer gegen Regeln verstößt, das Gelände verschmutzt oder Einrichtungen zerstört, der muss nach der Ankündigung der Behörden mit Bußgeldern rechnen. Eine Einschränkung der Besuchszeiten oder ein Verbot bestimmter Besuchergruppen im Park wird es vorerst nicht geben. „Alle Altersgruppen sollen sich weiterhin dort treffen dürfen“, heißt es.

100-prozentige Sicherheit können die Behörden den Parkbesuchern aber nicht versprechen. „Wenn verschiedene Gruppen aufeinandertreffen und Alkohol im Spiel ist, können Konflikte auftreten.“ Sowohl Polizei als auch Stadt raten Zeugen oder Beteiligten dringend, den Notruf 110 anzurufen. Das ist vergangene Woche nicht geschehen. Etliche Zeugen schauten ungerührt zu, wie die sechsköpfige Truppe auf ihr am Boden liegendes Opfer eintrat.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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