Nach Twitter-Ärger: Dorstener FDP-Mitglied gibt Posten im Vorstand ab

FDP Dorsten

Er provozierte im Netz mit einem merkwürdigen Verständnis von Freiheit und Demokratie. Jetzt ist der Dorstener von seinem Posten im Vorstand des FDP-Stadtverbands zurückgetreten.

Dorsten

, 13.08.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Vorstandsmitglied der Dorstener FDP hat auf Twitter mit provokanten Aussagen für Wirbel gesorgt.

Ein Vorstandsmitglied der Dorstener FDP hat auf Twitter mit provokanten Aussagen für Wirbel gesorgt. © Bianca Glöckner

Nach seinen umstrittenen Äußerungen bei Twitter ist das Mitglied der Dorstener FDP von seinem Vorstandsposten im Stadtverband zurückgetreten. Das teilte die Dorstener FDP mit.

„Der Vorstand hat den Rücktritt einhellig begrüßt und noch einmal seine Position nachdrücklich bestätigt. Die FDP steht eindeutig zu den freiheitlich-demokratischen Grundsätzen und wird weiter mit allen Möglichkeiten für den Erhalt dieser Grundsätze kämpfen“, sagte der Stadtverbandsvorsitzende Rüdiger Bente.

Holocaust-Leugnung als Meinungsäußerung?

Das ehemalige Vorstandsmitglied hatte bei Twitter gefordert, dass Holocaust-Leugnung von der Meinungsfreiheit gedeckt, also straffrei sein sollte. Außerdem gehöre der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgeschafft. Muezzin-Rufe seien „meistens Lärmbelästigung“, genau wie Kirchenglocken.

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Der geschäftsführende Vorstand des FDP-Stadtverbands hatte in dieser Angelegenheit bereits am Sonntag getagt. Bei einer weiteren Sitzung zum Thema unterstützte nun auch der Fraktionsvorsitzende der FDP im Ruhrparlament sowie Spitzenkandidat der FDP im Ruhrgebiet, Thomas Boos, die Haltung des Dorstener Vorstands.

Auch der Halterner FDP-Ortsverband hatte sich in einer Pressemitteilung von Mittwoch hinter die Dorstener Parteikollegen gestellt: „Für Leugner des Holocausts ist kein Platz“, sagte der Vorsitzende Torsten Dederichs. „Freiheit im Denken und Reden hört da auf, wo die verfassungsmäßig garantierte Menschenwürde in Frage gestellt wird.“

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