Nackter Exhibitionist belästigt im Garten Nachbarin und ihren Sohn

hzGerichtsprozess

Eine Mutter und Sohn (12) waren schockiert, als ihr Nachbar nebenan in seinem Garten in Dorsten splitterfasernackt an seinem Penis herumspielte. Jetzt wurde dem Mann der Prozess gemacht.

Dorsten

, 08.10.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren ein paar heiße Tage. Und nicht das erste Mal in diesem Frühling lag ein 44-jähriger Dorstener splitterfasernackt und wie auf einem Präsentierteller in seinem Garten. Als er schließlich dabei an seinem Penis herumspielte, rief eine Nachbarin, die das Ganze von einem gegenüberliegenden Stallgebäude gesehen hatte, die Polizei. Die Beamten erfuhren noch ein paar andere schlimme Dinge - so soll der Mann tags zuvor eine weitere Anwohnerin durch exhibitionistische Handlungen belästigt und vor ihrem zwölfjährigen Sohn zu masturbieren versucht haben.

Angeklagter streitet ab

„Alles Quatsch“, sagte der Angeklagte vor dem Dorstener Schöffengericht aus. Er sei immer mit einer Badehose bekleidet gewesen. Außerdem präsentierte er Handy-Bilder von einem Palisadenzaun rund um sein Garten-Grundstück in einer Siedlung im Süden von Dorsten: „Die konnten mich gar nicht gesehen haben.“

Mutter und Sohn erklärten aber, der Angeklagte habe den Zaun erst drei Wochen nach dem Vorfall installiert. „Damals standen da nur ein paar weit auseinanderstehende Tannen mit toten Ästen herum“, so die Frau. „Deshalb konnte ich ihn sehen, als ich nachmittags den Rasen gesprengt habe.“

Sexistischer Spruch

Vor ihren Augen habe der Nachbar an seinem Glied herumgefummelt und ihr dabei noch einen sexistischen Spruch reingedrückt. „Ich war einfach nur schockiert.“ Zwei Stunden später sei ihr Sohn von Freunden nach Hause gekommen und gegen Abend dann alleine auf dem Rasen auf dem Trampolin herumgehüpft. „Irgendwann kam er hoch in die Wohnung und war ebenfalls völlig aufgelöst.“

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Denn auch der zwölfjährige Schüler musste mit ansehen, wie der unbekleidete 44-Jährige seinen Penis in der Hand hielt. „Der war schon dick“, erzählte der Junge. Aus Angst vor dem Angeklagten wandte der Zwölfjährige bei der Aussage sein Gesicht von dem 44-Jährigen ab und ein, zwei Tränen kullerten ihm die Wangen hinunter. Allerdings hat der Schüler nach eigener Aussagen nicht erkennen können, ob der Nachbar beim Masturbieren ihn überhaupt gesehen hat.

Nachdem auch ein ermittelnder Polizist bestätigte, dass an dem Tag noch kein Zaun stand, war für Richterin Lisa Hinkers klar, dass der Angeklagte - der während der Verhandlung immer wieder impulsiv dazwischen redete - in dem Fall nicht die Wahrheit erzählt hat.

1200 Euro Geldstrafe

Dem 44-Jährigen konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass er den Jungen tatsächlich gesehen hatte, während er an seinem Geschlechtsteil manipulierte. Möglicherweise habe sich der Mann doch unbeobachtet gefühlt, so die Staatsanwältin. Sie forderte für den Exhibitionismus gegenüber der Mutter drei Monate auf Bewährung. Doch das Schöffengericht verhängte eine Geldstrafe: 1200 Euro.

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