UBP-Abgeordnete wechselt die Seiten und verschafft der CDU in Dorsten die Mehrheit

hzNadja Pleßmann

Nadja Pleßmann, Fraktionsvorsitzende der UBP in Dorsten, hat ihren Austritt aus der Partei erklärt. Ab August ist sie Mitglied der CDU und verschafft ihr die Mehrheit im Stadtrat.

Dorsten

, 26.07.2019, 11:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nadja Pleßmann spricht von einer „bewussten Entscheidung“, die über längere Zeit gereift sei. „Ich habe gemerkt, dass die Politik der CDU zu mir passt“, sagt sie. „Ich konnte in den letzten Jahren nahezu alle Entscheidungen mittragen.“ Anfang des Jahres habe sie von sich aus Kontakt zu den Christdemokraten aufgenommen. „Ich bin tatsächlich auch von anderen Parteien angesprochen worden.“

„Wir schätzen ihre an der Sache orientierte Art“

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane, früher ein scharfer Kritiker der Unabhängigen Bürgerpartei (UBP), bestätigte am Donnerstag, dass die Fraktion einstimmig für die Aufnahme Pleßmanns votiert habe. „Wir haben bewertet, wie wir Nadja Pleßmann im Stadtrat bisher erlebt haben. Zahlreiche Mitglieder unserer Ratsfraktion schätzen ihre an der Sache orientierte Art sowie den fairen und ehrlichen Umgang.“

Der Seitenwechsel von Pleßmann hat unmittelbare Auswirkungen auf den Dorstener Stadtrat. Die UBP verliert ihren Fraktionsstatus, Thomas Schöller ist nun Einzelkämpfer. „Mit ihm bin ich im Reinen“, sagt Pleßmann, die nun als „normales“ Ratsmitglied der CDU die Hälfte ihrer Aufwandsentschädigung als frühere Fraktionsvorsitzende einbüßt. Wie es nach der Kommunalwahl im Herbst 2020 mit der UBP weitergeht, ist unklar.

CDU hält an der Koalition mit der FDP fest

Mit Pleßmann und Bürgermeister Tobias Stockhoff hat die CDU nun die absolute Mehrheit im Stadtrat, doch Schwane betont: „Wir halten natürlich an der Koalition mit der FDP fest. Diese Verbindung hat sich in den letzten Jahren bewährt, es wird deshalb keine Alleingänge geben.“ Fraktionsvorsitzender Tristan Zielinski sei frühzeitig informiert gewesen.

Nadja Pleßmann, Mutter von drei Kindern, rückte Anfang 2016 für den verstorbenen UBP-Ratsherrn Jürgen Pyschny in den Stadtrat nach. Ob sie dort auch nach der Kommunalwahl bleibt, ist ungewiss. Schwane glaubt, dass es „nicht viele personelle Veränderungen“ bei der CDU geben wird.

Für Pleßmann, die auf der Hardt lebt, spielt das keine entscheidende Rolle. „Ich kann mich auch anders in die Parteiarbeit einbringen“, sagt sie. „Mir geht es um die Menschen und die Stadt, in der ich lebe.“ Möglicherweise spielt ja auch die Zeit für sie. Pleßmann ist 41, viele aktuelle CDU-Ratsmitglieder sind deutlich älter.

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