Wem gehört der Pfau? Hühnervogel-Weib schreit in Wulfen herum

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Das Weib ist prachtvoll, genau wie ihre Stimme - und die nervt, je nach Stimmungslage, die menschlichen Mitbewohner. Nahezu täglich schreit ein Hühnervogel-Weib in Wulfen herum.

Wulfen

, 10.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Tagen sorgt ein Pfau in Dorstener Ortsteil Wulfen für Aufsehen. Das Tier taucht nahezu täglich in den Gärten der Bewohner im Bereich Sauerlandstraße, Großer Ring und Markeneck auf.

Auf dem Gartenzaun thront das Vogelweibchen. Ob die Henne Ausschau hält nach ihrem Mann?

Auf dem Gartenzaun thront das Vogelweibchen. Ob die Henne Ausschau hält nach ihrem Mann? © Guido Bludau

„Der Vogel ist überhaupt nicht scheu und bedient sich an den Vogelbeeren hier im Garten. Außerdem sitzt der Pfau gerne auf Bäumen und auf Haus- oder Garagendächern. Wir beobachten ihn gern und freuen uns, wenn er auftaucht“, berichtet Anwohner Helmut Winkler.

Ein Vogel, der beeindruckend aussieht

Der Hühnervogel mit einem im Halsbereich blau-grün schimmernden Federkleid macht Eindruck. Doch nicht jeder Anwohner bricht beim Anblick des schillernden Geschöpfes in Begeisterung aus. Das Hühnervogel-Weib ist nämlich gerade in den frühen Morgenstunden und auch abends mit seinem Geschrei gut zu hören. Erst im August des vergangenen Jahres trieb sich genau in diesem Bereich ebenfalls ein Pfau herum. Ob es sich um das selbe Tier handelt, ist noch nicht geklärt.

Der Kirchhellener Landwirt Burkhard Sagel ist ein Pfauenkenner. In Spitzenzeiten hatte er eine ganze Schar von Pfauenhennen und -gockeln auf seinem Hof. „Wunderschöne Tiere, allerdings mit kleinem Kopf. Da steckt bekanntlich nicht so viel Hirn drin“, sagt Sagel uns am Donnerstag. Dass die Pfauen ausbüxen können, weiß er aus Erfahrung. „Ich hatte mal eine Brut 2018, die war völlig verrückt.“ Die Hühnervogelschar machte nämlich, was sie wollte, und blieb auch nicht auf Sagels Hof sitzen. „Ich vermute, dass sie in der größeren Gruppe dazu neigen, sich neue Territorien zu erobern.“

Dieser Pfau kommt garantiert nicht aus Kirchhellen

Dass es diesmal ein Pfauenvogel aus Kirchhellen sein könnte, der bis nach Wulfen ausgeschwärmt ist, ist für Sagel ausgeschlossen. „Wir haben nur noch einen Hahn. Und der verlässt unseren Hof nicht.“ Er weiß aber, dass irgendwo in Wulfen Pfauen gehalten werden. „Der Besitzer scheint aber nicht bekannt zu sein, sonst könnte man die Tiere vielleicht zuordnen“, nimmt Sagel an.

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Viele Menschen mögen die Hühnervögel mit dem herrlichen Pfauenrad. Dass die Schreie eines Hahnes die Mitbürger ärgern, kann Sagel nicht ganz nachvollziehen: „Die Tiere schreien vielleicht zehnmal im Jahr. Ich finde, das kann man aushalten.“ Er selbst habe mal fünf Hähne gehabt. Und die kreischten nachts um die Wette: „Das war Lärmbelästigung.“ So schlimm, dass eine Pfadfindergruppe, die nichtsahnend im Wäldchen an seinem Hof übernachtet hatte, von Grauen erfüllt am nächsten Morgen fluchtartig den Zeltplatz verließ.

Ob vielleicht der dumme August Wulfen heimsucht? Der tauchte im Juli auf dem Schulhof der Augustaschule auf und wurde deshalb August getauft. Seinerzeit lieferte man ihn im Tierheim ab.

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