Aus dem Dachgeschoss in den Neubau: netTrek zieht aufs Zechengelände

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Der Dorstener Softwarehersteller netTrek baut einen neuen Firmensitz in Hervest. Was vor 20 Jahren in einem kleinen Dachgeschoss begann, geht nun im üppigen Neubau weiter.

Dorsten

, 02.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Erfolgsgeschichten amerikanischer Tech-Unternehmen beginnen oft in einer Garage. Eine der bekanntesten ist die von Bill Hewlett und David Packard, die 1939 in einer Garage in Palo Alto das Unternehmen Hewlett-Packard gründeten und damit unbewusst auch den Grundstein für den heute weltbekannten Hightech-Standort Silicon Valley legten. In der kalifornischen Region ist die Garage ein geradezu mystischer Ort. Ein Ort, an dem die ganz großen Ideen geboren werden, fernab von riesigen Industriehallen und Menschen, die sowieso nicht verstehen, woran da eigentlich getüftelt wird.

Eine ähnliche Geschichte hat auch Saban Ünlü zu erzählen. „Vor 20 Jahren habe ich auf sechs Quadratmetern in einem Dachgeschoss in Coesfeld angefangen“, sagt der Geschäftsführer des Dorstener Softwareherstellers netTrek. Heute steht er mit seinem Partner und Co-Geschäftsführer Florian Diesner vor versammelter Belegschaft auf einem 2500 Quadratmeter großen Grundstück auf dem Hervester Zechengelände, um bei Cocktails und Grillwurst den symbolischen Spatenstich zu setzen.

Aus dem Dachgeschoss in den Neubau: netTrek zieht aufs Zechengelände

Spatenstich für den neuen Firmensitz des Dorstener Softwareherstellers netTrek auf dem Hervester Zechengelände. © Robert Wojtasik

Hier, an der Fürst-Leopold-Alllee gegenüber der Sparkasse, entsteht der neue Firmensitz der Dorstener Softwareschmiede: ein 500 Quadratmeter großes Bürogebäude. „Deutlich größer als anfangs benötigt“, sagt Florian Diesner, aber man wolle und werde weiter wachsen. „Es ist aber schon irre groß, wenn man bedenkt, dass wir von 160 sehr engen Quadratmetern kommen.“

Acht Jahre hatte die Firma ihren Sitz zuletzt in einem Wohnhaus an der Overbergstraße auf der Hardt. Mit der Auftragslage wuchs auch die Belegschaft, sodass es immer enger wurde. 16 Mitarbeiter beschäftigt netTrek derzeit. Tendenz steigend.

Mit zwölf Jahren zum ersten Mal programmiert

Mit zwölf Jahren hat Ünlü zum ersten Mal programmiert, mit 15 erstellte er Datenbanken für einen Teppichhändler in Recklinghausen. Als 18-Jähriger gründete er zusammen mit zwei Studenten seine erste Firma, setzte ein Physik-Studium drauf und ging anschließend zurück in die IT. Er lernte Florian Diesner kennen, der in den Niederlanden Informatik studiert hatte, und überzeugte ihn vom Einstieg bei netTrek.

Das Unternehmen ist vor allem im Bereich E-Learning und Digitale Transformation tätig. Anfang des Jahres brachte netTrek das Autoren-Tool „Eagle5“ auf den Markt, insgesamt hat es schon mehr als 100 Anwendungen entwickelt.

Aus dem Dachgeschoss in den Neubau: netTrek zieht aufs Zechengelände

netTrek-Chef Saban Ünlü zeigt der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Briefs mit einer Augmented-Reality-Brille, wie der neue Firmensitz auf dem Zechengelände einmal aussehen wird. Die Technologie ermöglicht auch einen virtuellen Rundgang. © Robert Wojtasik

Was damit so alles möglich ist, beeindruckte beim Spatenstich am Mittwoch auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Briefs. Mithilfe einer Augmented-Reality-Brille konnte sie sich schon mal in einer dreidimensionalen, virtuellen Animation des neuen Firmengebäudes umsehen. In etwa einem Jahr soll der Neubau bezugsfertig sein.

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