Neue Philharmonie Westfalen begeisterte Dorstener Publikum mit Klängen des Walzerkönigs

Neujahrskonzert

Einen wunderschönen Abend bereitete die Neue Philharmonie Westfalen dem Dorstener Publikum am Samstag (12. Januar) in der Aula der Realschule St. Ursula am Nonnenkamp.

Dorsten

von Marita Kipinski

, 13.01.2019, 11:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Philharmonie Westfalen begeisterte Dorstener Publikum mit Klängen des Walzerkönigs

Die Neue Philharmonie Westfalen bereitete dem Dorstener Publikum einen schönen Abend in der Aula der St.-Ursula-Realschule. © Marita Kipinski

Unter der Leitung des jungen österreichischen Dirigenten Andreas Fellner präsentierte das Orchester nicht nur eingängige und mitreißende Melodien vom Walzerkönig Johann Strauss Sohn, sondern erfreute das Publikum auch mit Musik von Gounod, Rossini und Donizetti.

Von ruhig und getragen über spielerisch und tänzerisch

Gleich im Eingangsstück, im „Wein, Weib und Gesang“-Walzer von Strauss, nahm das Orchester die Zuhörer mit in ganz unterschiedliche Stimmungen, von ruhig und getragen über spielerisch und tänzerisch bis fast majestätisch, um dann fulminant im „typischen“ Wiener Walzer zu enden.

Zwischen den musikalischen Darbietungen sorgte der Moderator Markus Wallrafen mit seinen gut recherchierten Informationen und kleinen Schmankerln immer wieder für Schmunzeln beim Publikum.

Sopranistin sang mit unglaublicher Leichtigkeit und viel Charme

Die „Juwelenarie“ aus der Oper „Faust“ von Gounod nahm er denn auch zum Anlass, die anwesenden Ehemänner daran zu erinnern, dass man das Herz einer Frau am leichtesten mit Juwelen betören kann –auch noch nach sehr vielen Ehejahren. Judith Spiesser, die diese Arie mit unglaublicher Leichtigkeit und viel Charme darbot, schien diese Aussage unbedingt bestätigen zu wollen.

„Frühlingsstimmenwalzer“ trotzte dem Schmuddelwetter vor der Tür

Aber nicht nur in diesem Solo brillierte die Sopranistin. Das „Multitalent mit der glockenreinen Stimme“ (O-Ton Walraffen) ließ beim „Frühlingsstimmenwalzer“ von J. Strauss dem Schmuddelwetter vor der Tür keine Chance. Ganz besonders entzückend war der Dialog von Sopran und Fagott am Ende der Arie.

Nach der Pause präsentierte sich die Sängerin im neuen Outfit, passend zu der Arie „Quel guardo il cavaliere“ aus Donizettis Oper „Don Pasquale“. Norino, die Protagonistin, hat es einfach nur auf das Vermögen ihres alternden Verlobten Don Pasquale abgesehen und ist, wie Judith Spiesser selber sagt, ein Miststück.

Spiesser zog alle Register der weiblichen Verführungskunst

Judith Spiesser hatte ganz offensichtlich Spaß an dieser Rolle. Kokett und frivol zog sie alle Register der weiblichen Verführungskunst und begeisterte mit ihrem wunderbaren Sopran das Publikum.

„Best of“ ist übrigens keine Erfindung unserer Zeit, so etwas gab es auch schon in früheren Jahrhunderten. Für die „Künstler-Quadrille“ hat sich Strauss von vielen berühmten Komponisten inspirieren lassen, unter anderem zum Beispiel von Mozart.

Quiz-Einlage bescherte einer Besucherin eine CD der Philharmonie

Ganz deutlich erklang die Arie des „Vogelfängers“, und weil der Moderator das Konzert kurzerhand um eine Quiz-Einlage bereichert hatte, konnte eine Besucherin auch noch eine CD von der Neuen Philharmonie als Preis mit nach Hause nehmen.

In einem Neujahrskonzert darf natürlich die „Fledermaus“ nicht fehlen. Gleich zweifach konnte sich das Publikum an der Musik mit Ohrwurmcharakter erfreuen. Nach der Ouvertüre trat noch einmal die Sopranistin Judith Spiesser auf und bezauberte das Publikum mit der wunderschönen Arie „Mein Herr Marquis“. Wie schon früher am Abend bewies sie, dass sie nicht nur eine fantastische Stimme hat, sondern auch über sehr viel komödiantisches Talent verfügt.

Dankeschön und Blumen von der stellvertretenden Bürgermeisterin

Nach dem letzten Stück des Abends, der „Unter Donner und Blitz“ Polka, gab es stehende Ovationen für Orchester und Solistin und ein herzliches Dankeschön und Blumen von der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Briefs.

Am Ende eines Neujahrskonzertes, egal ob in Wien, Berlin oder Dorsten, darf natürlich der Radetzky-Marsch nicht fehlen. Und wie in allen anderen Konzerthäusern, so hatten auch die Besucher der Aula der Realschule einen Riesenspaß, den Marsch nach dem Dirigat von Andreas Fellner mit leisem oder frenetisch lautem Klatschen zu begleiten.

Beträchtliche Summe für die Kinderferienstiftung Dorsten

Die Organisatoren und Sponsoren dieses Neujahrskonzerts (Interevent, Sparkasse Vest, Stiftsquelle Dorsten) können mit dem Abend mehr als zufrieden sein. Ein volles Haus und ein gut gelauntes Publikum haben dafür gesorgt, dass auch in diesem Jahr wieder eine beträchtliche Summe an die Kinderferienstiftung Dorsten überwiesen werden kann.

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